Medica Aktuell, 18.11.2011

Wie die Klimaerwärmung auf die Gesundheit der Menschen wirkt

Hitzewellen erhöhen die Sterberate und Überträger von Krankheitserregern wandern ein.

Von Hans Schweisfurth

Wie die Klimaerwärmung auf die Gesundheit der Menschen wirkt

Steigende Temperaturen begünstigen neue Infektionserreger.

© Lulu Berlu / fotolia.com

DÜSSELDORF. Klimawandel ist derzeit eines der wichtigsten Themen.

Änderungen des Ökosystems durch Erwärmung mit Anstieg des Meeresspiegels sowie Zunahme extremer Wetterereignisse haben auch Auswirkungen auf die Gesundheit.

Ozonbelastung, Air Pollution, Hitzewellen und Überschwemmungen verursachen eine erhöhte Morbidität und Mortalität durch nichtinfektiöse und infektiöse Erkrankungen.

Millionen Menschen werden gesundheitlich von der globalen Erwärmung betroffen sein.

Allgemein werden mehr Todesfälle, Krankheiten und Verletzungen durch Hitzewellen, Überschwemmungen, Stürme, Brände und Dürren erwartet

Multimorbide und ältere Menschen sind besonders betroffen

Herz-Kreislauf-, Lungen- und allergische Erkrankungen sowie infektionsbedingte Krankheiten werden aufgrund des Klimawandels zunehmen. Besonders multimorbide und ältere Menschen sind betroffen, da bei ihnen oft die Temperaturregulation versagt.

Damit erhöht sich das Risiko für einen Hitzschlag oder eine Herzerkrankung. Während der Hitzeperiode 2003 wurde in neun europäischen Städten eine erhöhte Mortalität festgestellt. Der Hitzewelleneffekt war stärker bei den über 75 -Jährigen nachweisbar. In allen Städten war die Mortalität bei Frauen größer als bei Männern.

Die globale Erwärmung erhöht die Schadstoffbelastung der Außenluft in Ballungsgebieten. So steigen bei Hochdruckwetterlagen und Hitzeperioden die Konzentrationen von Ozon und partikelförmigen Schadstoffen stark an, so dass Asthmatiker und COPD-Kranke erheblich gefährdet sind.

Allergien nehmen zu und Infektionen breiten sich aus

Die Häufigkeit von Allergien hat in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen. Eine Teilursache wird in der globalen Temperaturerhöhung gesehen. Folgen sind eine Verlängerung der Pollenflugzeiten und die Einwanderung neuer Pflanzenarten wie zum Beispiel Ambrosia mit hohem allergenem Potenzial.

Die Auswirkungen des Klimawandels betreffen auch Infektionserreger. Gefahr droht in erster Linie von Erregern, die von Insekten, Nagetieren oder Vögeln übertragen werden, da deren Infektionspotenzial in besonderem Maße von Klimaeinflüssen abhängt.

Durch den Klimawandel breiten sich Gelbfieber, Dengue-Fieber und Malaria in vielen Regionen der Erde zunehmend aus. Es wird angenommen, dass durch die globale Erwärmung solche Erreger auch in gemäßigte Zonen vordringen.

In Deutschland wurde 2007 erstmals die sogenannte Tigermücke nachgewiesen, die das Chikungunyafieber überträgt. Der Klimawandel kann dazu führen, dass auch bei uns Ausbrüche von Infektionskrankheiten zu befürchten sind, deren Verbreitung früher auf tropische und subtropische Regionen beschränkt war.

[21.11.2011, 21:32:12]
Dr. Horst Grünwoldt 
Globaler Klimazonen-Wandel?
Bekanntlich haben sich -erwiesen durch paläontologische Funde (pflanzliche und tierliche Fossilien) seit millionen von Jahren Klimazonen auf unserem Planeten verschoben. Dies ist wohl durch gelegentliche, reversible Unregelmäßigkeiten in der Sonneneinstrahlung und dem globalen Wasserkreislauf geschehen.
So hatten wir im zeitlichen Abstand von langen Perioden im Ostseeraum mal ein subtropisches Kreidemeer, dann eine Eiszeit und dann, nach dem Abschmelzen, ein Brackwasser-Meer mit Verbindung zum Nordatlantik über die Nordsee. Daneben war die heutige Sahara auch schon mal eine Feuchtsavanne.
Solange uns seit ewigen Zeiten auf der Nordhalbkugel in aller Regelmäßigkeit die Kälteperiode (Winter) im Wechsel mit der Südhalbkugel (beginnenden Sommerzeit) stattfindet, dürfte nach m.E. eigentlich kein Klimatologe von globalen Temperatur-Anstiegen sprechen.
Schließlich kommt es über den Wasserhaushalt, der nun wirklich globalen Charakter hat, sprich: Wasser kann nicht endgültig versickern, als auch nicht aus der erdumspannenden Atmossphäre verschwinden.
Bei jahreszeitlich steigenden Temperaturen kommt es demgemäß zu beachtlichen Evaporationen über allen Wasserflächen und Feuchtgebieten, danach i.d.R. zu Wolken(Schutz-Schirm-)Bildungen, dann zu Niederschlägen. Und die erzeugen nach erneuter Sonneneinstrahlung sogar eine angenehme Verdunstungskälte.
So habe ich in Afrika ohne Kühlschrank auch mein Trinkwasser und Lebensmittel aus der tönernen Amphora um ein paar Grad Celsius niedriger frisch gehalten, notfalls durch Übergießen des erdfarbenen Gefäßes mit Brauchwasser. Das Gleiche geschieht bekanntlich mit den schicken Terracotta Weinkühlern. Den einmal feucht gemacht, bleibt der Wein angenehm gekühlt trotz Sonneneinstrahlung auf das Gefäß.
Für mein Verständnis ist es deshalb unbegreiflich, wie ernsthafte Naturwissenschaftler verschiedener Fakultäten überhaupt vom "globalen" Temperatur-Anstieg einer "mittleren" (wo jemals gemessen?) Wärme sprechen können. Diese kann wohl "statistisch errechnet" werden durch unzulässige Interpolation und falsche Interpretation , existiert aber nirgendwo in den klimatologisch verschiedenen Weltregionen, sondern bleibt eine große, regionale Variable!
Ganz schlimm wird es, wenn wir uns immer wieder die Diagramme über vermeintliche, dramatische Co2- und Temperatur-Anstiege zeigen lassen.
Diese erinnern mich an virtuelle Trickserei oder sogar Täuschung: Auf der x-Achse werden die 100 Jahre Beobachtungszeit rel. kur skaliert. Auf der y-Achse werden die popeligen Co2- und Temperatur-Zunahmen in gespreizter Skala abgebildet, sodaß optisch ein steiler Anstieg der Kurven suggeriert wird. Das grenzt ohne einschränkenden Kommentar für mich an ideologische Demagogie.
Daraus auch noch globale Katastrophen-Szenarien zu entwickeln, und die relativ stabilen meteorologischen Besonderheiten in den, u.a.auch durch Geologie und Vegetation bestimmten, Weltregionen zu vernachlässigen, halte ich für psychologisch fast unverzeilich.
Der Gipfel an Schwarzmalerei wird aber erreicht durch die spekulative Ankündigung von neuen, bisher unbekannten Seuchen in unseren gemäßigten Breiten.
Dabei benötigt sowohl die Malaria-Mücke, wie auch der Cholerakeim und das Gelbfieber-Virus, um zur epidemiologischen Dauer-Gefahr zu werden, wie in den Tropen, eine rel. konstante Durchschnitts-Tages- und Jahrestemperatur von wenigstens 25 0C. Davon sind wir gottlob mit unseren 15 Grad und saisonalen,kurzfristigen Ausreißern (nach oben +35oC und nach unten -20Grad) doch unendlich weit entfernt und auch geschützt vor solchen Plagegeistern als Dauergästen.
Das möge auch der Herr Professor Lahib / Weltklimatologe an der Uni Kiel mit seiner Herkunft aus dem tropischen Guinea zur Kenntnis nehmen.
Sind es wie beim fiktiven "Waldsterben" und der hypothetischen BSE-"Seuche" wieder vor allem ökologische Trittbrettfahrer, pseudowissenschaftliche Wichtigtuer und ideologische Krisengewinnler, die uns diese apokalyptischen Utopien inszenieren?
Weltklima-Rat klingt ja beeindruckend; wer sitzt aber darin? Das sind leider keine naturwissenschaftlichen Excellenzen - aber Entscheider über Mittelvergabe für sog. "Klima-Schutz"-Maßnahmen duch die laienhaften Politiker.
Können wir wirklich "das Klima" schützen? Gewiß nicht; aber das blaue Meer und die Gewässer durch weniger Verschmutzung rein,und damit als wunderbaren, säurepuffernden Bikarbonat-Speicher und CO2-Senke erhalten; und die grüne Vegetation an Land als Co2- Überschuß-Esser, Kohlenhydrat-Aufbauer und Wasserspeicher, sowie Sauerstoffspender fördern.
Einer der wichtigsten globalen Kämpfe wird daher gegen die Desertifikation zum Segen der Weltbevölkerung zu führen sein.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt aus Rostock  zum Beitrag »

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