Ärzte Zeitung online, 05.05.2017

Paul-Martini-Preis

Marburger Forscher ausgezeichnet

Zwei Marburger Forscher sind für die Entwicklung eines DNAzyms zur Behandlung bei allergischem Asthma mit dem Paul-Martini-Preis ausgezeichnet worden.

MANNHEIM. Für ihre Arbeit an einem neuen Medikament gegen allergisches Asthma haben Professor Harald Renz und Professor Holger Garn von der Philipps-Universität Marburg den diesjährigen Paul-Martini-Preis erhalten. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird jährlich von der Berliner Paul-Martini-Stiftung für herausragende Leistungen in der klinisch-therapeutischen Arzneimittelforschung verliehen. Die Verleihung fand bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Mannheim statt.

Der von den Preisträgern gegen allergisches Asthma entwickelte neue Wirkstoff hgd40 ist ein DNAzym, teilt die Stiftung mit. So werden synthetische DNA-Moleküle bezeichnet, die eine RNA-spaltende Endonuklease-Aktivität mit den Eigenschaften von Antisense-Sequenzen verbinden.

hgd40 kann spezifisch die mRNA für den Transkriptionsfaktor GATA3 inaktivieren. In einer klinischen Phase-IIa-Studie konnten die Preisträger und ihre Koautoren zeigen, dass sich die asthmatische Reaktion bei Patienten abmildern lässt, wenn das DNAzym inhaliert wird, heißt es in der Mitteilung. Die Verträglichkeit der Therapie sei sehr gut gewesen.

Dieser Wirksamkeitsnachweis sei in zweifacher Hinsicht bemerkenswert: Zum einen werde damit der Transkriptionsfaktor GATA3 als therapeutischer Ansatzpunkt für die Linderung von allergischem Asthma bestätigt. Zum anderen sei erstmals überhaupt die klinische Wirksamkeit eines inhalativ verabreichten DNAzyms gezeigt worden.

In weiteren klinischen Studien müsse nun das Ergebnis abgesichert und der therapeutische Stellenwert des Wirkstoffs ausgelotet werden, ehe ein Zulassungsantrag gestellt werden kann.

Das Behandlungskonzept sei wahrscheinlich auch auf Atopische Dermatitis und Colitis ulcerosa sowie weitere chronische Entzündungskrankheiten mit ähnlicher Fehlregulation übertragbar, so die Preisträger.(eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Offenbar liegt‘s am Bauchspeck

Wer genetisch bedingt schon als Kind zu Übergewicht neigt, hat auch ein erhöhtes Risiko für Typ-1-Diabetes. mehr »

Jahrhundert-Chance oder Anmaßung?

Darf der Mensch alles, was er kann? Wieder einmal stellt sich diese Frage, seit in den USA erfolgreich Embryonen-DNA verändert wurde. Zwei Redakteure der "Ärzte Zeitung" diskutieren das Für und Wider. mehr »

Ärzte in Barcelona haben schnell reagiert

Ärzte – vor allem Chirurgen – und Pflegefachkräfte in Barcelona und Tarragona standen nach den Terroranschlägen sofort parat. Zwölf Menschen kämpfen jedoch noch immer um ihr Leben. mehr »