Direkt zum Inhaltsbereich

Forscher untersuchen Gene und Alkoholsucht

HEIDELBERG (bd). Mannheim wird zum Mekka der Alkoholforschung in Deutschland. Außer dem seit fünf Jahren bestehenden Lehrstuhl für Suchtmedizin am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) wurde jetzt am dortigen Uniklinikum ein Lehrstuhl zur Erforschung von Alkoholfolgekrankheiten eingerichtet. Zudem wurde eine "Stiftung Biomedizinische Alkoholforschung" ins Leben gerufen.

Veröffentlicht:

Die Stiftungsprofessur für Alkoholfolgekrankheiten wird für zehn Jahre von der Dietmar-Hopp-Stiftung, Walldorf finanziert. Auf diese bislang bundesweit einmalige Forschungseinrichtung wurde der Molekularbiologe Professor Steven Dooley aus Aachen berufen.

An der dortigen Hochschule hat der Forscher die molekularen Grundlagen pathobiochemischer Prozesse von Lebererkrankungen untersucht. Nun will er die Wirkungen von Alkohol auf intrazelluläre Signalwege und deren Auswirkungen auf das Erbinformations-Programm der Zellen entschlüsseln. Somit will der gelernte Biologe herausfinden, wie es auf molekularer Ebene zur Schädigung der Körperorgane und letztlich dann zur Erkrankung derselben kommt.

Ein weiterer wichtiger Baustein in diesem Forschungsschwerpunkt ist die Stiftung Biomedizinische Alkoholforschung, die ebenfalls an der II. Medizinischen Uniklinik in Mannheim angesiedelt ist. Sie wurde von dem Mannheimer Gastroenterologen und Direktor der dortigen II. Medizinischen Uniklinik Professor Manfred Singer und dessen Frau ins Leben gerufen.

Ziel der Stiftung: Im internationalen Zusammenwirken mit anderen Einrichtungen soll der Zusammenhang zwischen dem Alkoholkonsum, der genetischen Ausstattung der Menschen und Umweltfaktoren wie Ernährung erforscht werden. Nicht jeder, der viel Alkohol trinkt, erkrankt nämlich daran.

So geht es nach Angaben von Singer letztlich auch darum, ein individuelles Risikoprofil für alkoholbedingte Krankheiten zu erstellen. Ziel der Forschungsanstrengungen ist es auch, ihnen besser vorzubeugen oder ihren Verlauf zu mildern.

Nach Schätzungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) gelten in Deutschland etwa 1,6 Millionen Menschen als alkoholabhängig. Etwa 9,3 Millionen trinken laut DHS "gefährlich viel" Alkohol. Und 42 000 Todesfälle pro Jahr seien auf Alkohol zurückzuführen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Parteitag

Primärversorgung: Für die CSU sind schnellere Arzttermine zentral

Leitlinien-Update

Welcher Kompressionsstrumpf ist der richtige?

Diskriminierung

Rassismus in der Hausarztpraxis: Warum Hinschauen die Versorgung verbessert

Das könnte Sie auch interessieren
Geldschein, teilweise bedeckt von Stethoskop

© photocrew / stock.adobe.com

Kostenstrukturanalyse

Privatanteil an den Einnahmen geht leicht zurück

Logo Beyond Imaging

© Beyond

Beyond Imaging

KI-gestützte Prostata- und Kopf-MRT

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Diagnostic Results

© Diagnostic Results

Bioeksen

Molekulare PCR-Diagnostik am PoC

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Diskriminierung

Rassismus in der Hausarztpraxis: Warum Hinschauen die Versorgung verbessert

Lesetipps