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Mädchen werden zu Kontrazeption und Prävention beraten

DÜSSELDORF (grue). Frauenärzte und -ärztinnen sollten jungen Mädchen nicht erst zur Pillenverordnung als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung stehen, sondern etwa auch für Informationen zu sexuell übertragbaren Krankheiten. Den richtigen Rahmen dafür bietet eine spezielle Teenager-Sprechstunde.

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Um das noch rare Angebot solcher Spezial-Sprechstunden zu erweitern, hat das Unternehmen Grünenthal mit wissenschaftlicher Unterstützung der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau (ÄGGF) die Initiative "Mädchen-Sprechstunde" ins Leben gerufen. Frauenärzte und -ärztinnen können ihr Wissen rund um die körperliche und psychosexuelle Entwicklung junger Mädchen in Workshops vertiefen und erhalten für die direkte Ansprache der Praxisbesucherinnen Info-Material und Broschüren.

Da junge Frauen noch kein Vertrauensverhältnis zu einem Gynäkologen aufgebaut haben, tun sie sich mit ihren Fragen besonders schwer. Sie kommen mit Schamgefühlen in die Praxis, meist wegen einer ersten Pillenverordnung, und haben dabei auch die Erwartungen ihres Freundes im Hinterkopf.

"Die Mädchen sind verunsichert und benötigen verstehbare und verläßliche Informationen", sagte Dr. Gisela Gille von der ÄGGF auf einer Veranstaltung des Unternehmens in Düsseldorf. Mädchen haben heute im Durchschnitt bereits mit 12,5 Jahren ihre erste Monatsblutung. Jede zehnte 14jährige und jede vierte 15jährige hatte schon Geschlechtsverkehr, wie Gille sagte. Die Empfängnisverhütung sei folglich ein wichtiges, aber nicht einziges Thema einer Beratung.

Unter anderem gehe es auch um sexuell übertragbare Krankheiten. Junge Mädchen neigen wegen relativer Östrogen-Dominanz und einem noch nicht ausgereiften Immunsystem zu entzündlichen Genitalerkrankungen. Das Wissen darum sei bei Jugendlichen aber gering, sagte die Gynäkologin.

In einer von der ÄGGF angeregten Screening-Untersuchung hatten zehn Prozent der 17jährigen Frauen frische Chlamydien-Infektionen. Zur Aufklärung im weiteren Sinne gehöre eben auch, wie man sich vor einer Keimübertragung schützen kann. Da solche Informationen den meisten Jugendlichen fehlen, sollten Frauenärzte mit präventivem Engagement die Lücke schließen, so Gille.

Weitere Information per E-Mail: maedchensprechstunde@grunenthal.de oder per Fax: 0241-569-1112, Stichwort "Initiative Mädchen-Sprechstunde"



Frauenärztinnen arbeiten für die Prävention

Die Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau (ÄGGF) ist ein Zusammenschluß von 60 Frauenärztinnen, die durch direkte Ansprache junger Menschen das Wissen um Empfängnisverhütung und Prävention verbessern wollen. Der bereits vor 50 Jahren gegründete gemeinnützige Verein bietet als Kernstück seiner Aktivitäten die "Ärztinnen-Informationsstunden" in Ergänzung zum schulischen Sexualkundeunterricht an. Für dieses Jahr sind allein 3000 dieser Veranstaltungen geplant.

Den Erfolg solcher Projekte hat eine vom Robert Koch-Institut in Berlin vorgenommene Evaluation bestätigt. Schülerinnen, die an den Präventions-Stunden teilgenommen hatten, wußten wesentlich mehr über ihren Körper und hatten eine differenziertere Einstellung zu Fragen der Sexualität. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte zeichnete die ÄGGF im Jahr 2003 mit dem "Preis Jugendmedizin" aus. Informationen unter www.aeggf.de

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