Ärzte Zeitung, 16.12.2010

Leitfaden soll bei Versorgung von Gewaltopfern helfen

HANNOVER (cben). Die Ärztekammer Niedersachsen und die niedersächsische Landesregierung haben einen Leitfaden zur besseren Vernetzung bei der Betreuung von Gewaltopfern vorgelegt: "Diagnose: Häusliche Gewalt gegen Frauen - Unterstützungseinrichtungen in Niedersachsen".

Das Infopaket stellt alle niedersächsischen Unterstützungseinrichtungen samt Kontaktdaten nach Orten zusammen. "Red Flags" erinnern an Strategien, mit Gewaltopfern richtig umzugehen. Ergänzend ist ein Miniflyer mit wichtigen Informationen für Betroffene aufgelegt worden. Ärzte können sie als Leporellos weitergeben.

Jede fünfte Frau, die eine ärztliche Praxis wegen gesundheitlicher Probleme aufsucht, ist von geschlechtsbezogener Gewalt betroffen, so die Kammer. Hausarzt-, Zahnarzt- und gynäkologische Praxen sowie Notfallambulanzen sind häufig die ersten Anlaufstellen.

"Unterschiedliche Studien und Befragungen kommen zu dem Ergebnis, dass eine Vernetzung der Ärzteschaft mit Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen nicht ausreichend gelungen ist", erklärte die Kammer.

Mit der Broschüre soll Abhilfe geschaffen werden. Man wolle Ärzten keine zusätzlichen Aufgaben aufbürden, sondern ihnen mit der Broschüre die Möglichkeit geben, Opfer von Gewalt an geeignete Beratungseinrichtungen weiterzuverweisen.

www.aekn.de. Die Broschüre sowie der Miniflyer können bestellt werden.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Risiken für Depressionen. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »