Ärzte Zeitung, 07.03.2005

Chirurgen für Werbeverbot für Schönheits-Operationen

Rekonstruktionen häufiger als ästhetische Operationen

BERLIN (HL). Die plastischen Chirurgen in Deutschland begrüßen das von der Bundesregierung geplante Werbeverbot für Schönheitsoperationen und werten die Übertragung von Life-Operationen im Fernsehen als "geschmacklos".

Wie die Vereinigung der Deutschen Plastischen Chirurgen am Freitag in Berlin mitteilte, werden von diesen Fachärzten in Deutschland im Jahr rund 700 000 Operationen ausgeführt. Die rein ästhetischen Eingriffe machen dabei etwa 25 Prozent aus. Drei Viertel der Operationen sind Rekonstruktionen als Folge von Therapie, Unfällen und Verbrennungen.

Entgegen anders lautenden Meldungen gebe es keine Zunahme der ästhetischen Eingriffe bei Männern. Der Anteil der ästhetischen Operationen bei Kindern liege bei unter zehn Prozent; überwiegend handele es sich dabei um die Korrektur abstehender Ohren.

Die plastischen Chirurgen fordern einen sensiblen Umgang mit dem Problem des "jugendlichen Schönheitswahns". Eine Meta-Analyse aus 20 Studien mit 1182 Kindern habe ergeben, daß attraktiven Kindern zu 74 Prozent eine akademische Laufbahn zugetraut werde, aber nur zu 25 Prozent unattraktiven Kindern. Vor diesem Hintergrund sei es nicht verwunderlich, daß Jugendliche eine ästhetische Operation als Einstieg in ein glückliches Leben betrachteten, so die Chirurgin Marita Eisenmann-Klein.

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