Ärzte Zeitung, 14.06.2006

KOMMENTAR

Zweifel bleiben - trotz der Erfolge

Von Peter Leiner

Ohne Zweifel wird es Wissenschaftlern eines Tages gelingen, Organe von Tieren genetisch so zu verändern, daß die fremden Organe vom Körper eines Menschen angenommen werden. Auch Risiken wie das, das von Infektionserregern der Tiere ausgeht, werden sich - zum Beispiel durch Klonen - minimieren, vielleicht sogar ganz ausschalten lassen.

Wenn es jetzt manche Forscher für möglich halten, daß bereits in wenigen Jahren Xenotransplantations-Studien der Phase 3 beginnen können, so wird dies viel stärker als bisher mit einer ethischen Diskussion begleitet werden müssen.

Es muß dabei sicherlich auch um die Rechte der Tiere gehen, etwa um die Frage, ob es ethisch vertretbar ist, Tiere als Ersatzteillager für Menschen zu züchten und zu opfern. Es muß aber vor allem darum gehen zu prüfen, ob ein Patient, dem zum Beispiel das Herz eines Schweins eingepflanzt wurde, das Organ auch seelisch verkraftet.

Der wissenschaftliche Erfolg der Xenotransplantation ist greifbar nah. Da aber noch lange nicht klar ist, ob Menschen ein Tierorgan akzeptieren würden, bleiben Zweifel, ob solche Organe tatsächlich - wie erhofft - ein Mittel gegen den Organmangel sein können.

Lesen Sie dazu auch:
"Xenotransplantation ist näher, als viele vermuten"

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