Direkt zum Inhaltsbereich

Potenzen - verdünnt und verschüttelt

Homöopathische Arzneimittel werden aus pflanzlichen, tierischen, organischen und anorganischen Substanzen gewonnen. 70 Prozent der 1600 Arzneistoffe, aus denen der größte deutsche Produzent, die Deutsche Homöopathie-Union (DHU) in Karlsruhe, die Mittel herstellt, sind jedoch pflanzlich.

Veröffentlicht:

Die meisten Pflanzen, die dafür gebraucht werden, baut das Unternehmen selbst an. In der ökologisch zertifizierten Arzneipflanzenanlage Staffort bei Karlsruhe etwa wachsen zwischen 500 und 600 verschiedene Pflanzenarten.

Für Homöopathika wird oft nur wenig Stoff gebraucht

Von manchen Pflanzen gibt es nur wenige Exemplare, denn für Homöopathika wird meistens nur wenig Ausgangsstoff gebraucht. Von anderen, die für die sogenannten "Großen Mittel" verwendet werden, gibt es entsprechend viele. Und wieder andere werden auf ganzen Feldern in der Umgebung angebaut. Welche Teile geerntet werden, ob Wurzel, blühendes Kraut oder Rinde, ist im Homöopathischen Arzneibuch festgelegt.

Bei Pflanzen für Arzneien muß jede Phase dokumentiert werden. Deshalb werden die meisten in eigenen Anlagen angebaut, wo man alles kontrollieren kann. Dieselben hohen Ansprüche an die Qualität gelten auch für die anderen Ausgangsstoffe.

Die zerkleinerten Pflanzen werden mit einem Alkohol-Wasser-Gemisch angesetzt - das ist die sogenannte Urtinktur, aus der die Homöopathika hergestellt werden. Je nach Zubereitung bietet die DHU um die 400 000 verschiedene Mittel aus den 1600 Ausgangsstoffen an - als Globuli, Tropfen, Salben oder Tabletten.

Zentral in der Herstellung homöopathischer Medikamente ist das Potenzieren, also das Verdünnen. Potenz heißt es deshalb, weil ein homöopathisches Arzneimittel durch das Verdünnen eine besondere Kraft (potentia) entwickelt.

Für C-Potenzen wird im Verhältnis 1:100 verdünnt

Beim Potenzieren wird für flüssige Mittel ein Teil der Urtinktur mit neun Teilen Wasser-Alkohol-Gemisch verdünnt. Das Fläschchen wird dann jeweils zehnmal auf einen Moosgummiblock geklopft - so wird per Hand verschüttelt. Und so entsteht die Potenz D1. Verdünnt und verschüttelt man nun einen Teil D1 wiederum mit neun Teilen Wasser-Alkohol-Gemisch, erhält man die Potenz D2. Bei D-Potenzen wird im Verhältnis 1:10 verdünnt, bei C-Potenzen im Verhältnis 1:100 und bei den Hochpotenzen LM oder Q im Verhältnis 1:50 000.

Größere Mengen werden in Drei-Liter-Glasbehältern verschüttelt: Sie werden zehnmal ruckartig auf und nieder bewegt. Im Homöopathischen Arzneibuch ist vorgeschrieben, daß für jeden Potenzierungsschritt ein neues Gefäß verwendet werden muß.

Aus festen und unlöslichen Substanzen wie Mineralien müssen zuerst Verreibungen, Triturationen, hergestellt werden. Zum Potenzieren wird stufenweise mit steigenden Mengen an Laktose verdünnt. Bei kleinen Mengen wird auch das von Hand gemacht. Für die Herstellung größerer Mengen von homöopathischen Triturationen gibt es spezielle Mühlen. Ab gewissen Potenzstufen können auch aus in Alkohol unlöslichen Stoffen flüssige Zubereitungen hergestellt werden. (ug)

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neudefinition mit praktischen Konsequenzen

COPD: Schon ab einer moderaten Exazerbation in Gruppe E!

Kaum erforscht

Mit Lungenfibrose wird das Sexleben zum Problem

Lesetipps
Es muss nicht immer die ganze Packung sein. Bei Abklingen der Symptome reicht oft eine kürzere Dauer der Antibiotikatherapie.

© umang / stock.adobe.com

Kürzer ist oft besser

Wann ein Antibiotikum früher abgesetzt werden kann