Ärzte Zeitung, 17.07.2008

Elastografie macht Leberschäden auch bei Babys sichtbar

DÜSSELDORF (dpa). Eine schmerzlose Leberuntersuchung ist jetzt dank Ultraschall-Elastografie auch bei Kindern möglich. Das Düsseldorfer Uniklinikum ist nach eigenen Angaben als erste Klinik in Deutschland in der Lage, damit schon im Babyalter ohne Eingriff eine Leberschädigung zu erkennen.

Eine seit wenigen Jahren bei Erwachsenen angewandte Elastografie zur Leberuntersuchung ist dazu technisch entsprechend abgewandelt worden, sagten Kliniksprecher am Mittwoch.

Mit einem verkleinerten Ultraschallkopf werden dabei die Wellen in die Kinder-Leber gesandt und das Ultraschall-Echo gemessen: Je nach Gewebe-Festigkeit lässt sich eine Schädigung des Organs feststellen, erläuterte der Direktor der Universitätsklinik für Hepatologie und Infektiologie, Professor Dieter Häussinger. Besonders geeignet sei die Methode zur Feststellung einer Leberzirrhose.

Problematisch sei aber derzeit noch, dass es bei Kindern bisher zu wenig Erfahrungen gebe, um Normalwerte in den verschiedenen Lebensaltern bestimmen und mögliche krankhafte Abweichungen erkennen zu können, sagte Professor Ertan Mayatepek, Direktor der Universitätskinderklinik.

Bei Kindern sind oft angeborene Stoffwechselerkrankungen oder eine chronische Hepatitis C Ursachen für Lebererkrankungen. Da jedoch Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen häufiger wird, werden auch Fettlebern zunehmend in jungen Jahren diagnostiziert.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Beginnt die MS im Dünndarm?

Im Dünndarm werden wohl "Schläfer-T-Zellen" aktiviert, die eine MS triggern. Jetzt sind Forscher auf der Suche nach dem Auslöser – und haben Keime im Verdacht. mehr »

Wie die Neurologie von der Flüchtlingskrise profitiert

Migranten sind für Europa eine Herausforderung, doch sie bringen auch neue Erkenntnisse: Mediziner können durch Zuwanderer erforschen, wie Gene und Umwelt mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen. mehr »

Hausbesuche bringen wohl mehr Honorar

Beim GKV-Spitzenverband gilt als ausgemacht, dass die Ärzte für eine Ausweitung der Mindestsprechzeiten nur sparsam honoriert werden sollen. Das Honorarsystem soll keine Gelddruckmaschine für Ärzte sein. Eine Ausnahme könnte es geben: Hausbesuche. mehr »