Ärzte Zeitung, 08.03.2004

Embryonale Stammzellen en masse

CAMBRIDGE (ple). US-Forschern ist es gelungen, auf einen Schlag 17 Stammzell-Linien von menschlichen Embryonen herzustellen. Nach Angaben der Forscher um Dr. Douglas Melton aus Cambridge in Massachusetts sind die aus fast 100 Embryonen gewonnenen Stammzellen in der Lage, sich zu differenzieren und zu Zellen aller drei Keimblätter - also des Ekto-, Endo- und Mesoderms - zu entwickeln. Der Erfolg der Forscher wurde vorab in der Online-Ausgabe der Zeitschrift "New England Journal of Medicine" veröffentlicht.

Die Entwicklung der humanen Stammzell-Linien erfolgte in der Kulturschale mit Hilfe von Mausfibroblasten. Wegen der Gefahr etwa von Infektionen sind diese Stammzellen für eine therapeutische Nutzung nur von geringem Wert, für die Erforschung etwa der Embryonalentwicklung dagegen von unschätzbarem Wert. Melton bietet Wissenschaftlern die Stammzell-Linien unentgeltlich an. Nach US-amerikanischem Recht dürfen die Zellen allerdings nicht in Projekten verwendet werden, die mit öffentlichen Geldern finanziert werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

15:47Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »