Ärzte Zeitung, 06.05.2004

Mehr Transparenz über Gentherapie-Studien durch Register

Seit kurzem gibt es ein Register zu Gentransfer-Studien in Freiburg / Entsprechende Einrichtungen europaweit und in den USA

LANGEN (nsi). Register können mehr Transparenz über Gentherapie-Studien liefern. Für Deutschland ist vor kurzem ein solches nationales Register zu Gentransfer-Studien in Freiburg eingerichtet worden. Auch auf Europa-Ebene gibt es ein entsprechendes Netzwerk.

Weil es in den vergangenen Jahren bei der Gentherapie zu Zwischenfällen gekommen ist, fordern seit einiger Zeit unter anderen Wissenschaftler mehr Transparenz über Gentherapie-Studien herzustellen als bisher, möglichst auch international. Ein nationales Register zu Gentransfer-Studien ist vor kurzem in Freiburg eingerichtet worden. Ein entsprechendes Netzwerk gibt es darüber hinaus auf Europa-Ebene und in den USA.

Die Projekte sind bei einer Tagung zur Gentherapie am Paul-Ehrlich-Institut (PEI) vor kurzem in Langen vorgestellt worden. Das Deutsche Register für somatische Gentransferstudien (DeReG) werde am Zentrum für Klinische Studien an der Universität Freiburg geführt, sagte Professor Klaus Cichutek, Vizepräsident des PEI und Vorsitzender der Kommission Somatische Gentherapie beim Wissenschaftlichen Beirat der Bundesärztekammer.

Das Bundesforschungsministerium finanziert das Register. Es enthält Daten über Ziele und Methoden der Gentherapie-Studien, über Studienzentren, Studienphasen und ob noch Patienten aufgenommen werden können.

Für Europa gibt es das Netzwerk Euregenethy (erreichbar im Internet unter: www.euregenethy.org): "Dieses Netzwerk dient der Information der Öffentlichkeit, aber auch als Diskussionsgrundlage, um auf europäischer Ebene die Anforderungen an klinische Anwendungen der Gentherapie regeln zu können", sagte Professor Odile Cohen-Haguenauer von der Ecole Normale Superieure de Cachan in Frankreich.

Außerdem könnten so die wissenschaftlichen Aktivitäten auf diesem Gebiet besser gebündelt werden. Es würden auch Informationen aus nicht-europäischen Staaten wie den USA bei Euregenethy ausgewertet, sofern sie valide seien, sagte die Forscherin.

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde NIH hat vor kurzem - wie gemeldet - ebenfalls im Internet eine Datenbank über Gentherapie-Studien eingerichtet, und zwar unter www.gemrics.od.nih.gov

Das deutsche Register ist über das Internet allgemein zugänglich: http://www.zks.uni-freiburg.de/dereg.html

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