Angeblich menschliche Embryonen geklont

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NEU-ISENBURG (ple). Was dem Südkoreaner Professor Hwang Woo-Suk nachweislich nicht gelungen ist, glauben jetzt US-Forscher um Dr. Andrew French des Unternehmens Stemagen in San Diego geschafft zu haben: Durch Klonen mit dem Erbgut einer Hautzelle menschliche Embryonen zu erzeugen. Ihr Erfolg beruhe unter anderem darauf, dass sie Eizellen von jungen gesunden Frauen verwendet und eine neue Technik angewandt haben.

Nach Ansicht des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Stammzellforschung, Professor Jürgen Hescheler von der Universität Köln, handelt es sich um eine solide vorgenommene Arbeit. Die Veröffentlichung sei jedoch nicht überzubewerten. Der Stammzellforscher Professor Oliver Brüstle von der Universität Bonn sagte zur dpa, die Ergebnisse der Klonversuche müßten nun sorgsam geprüft und reproduziert werden. Ähnliche Daten seien bereits 2005 veröffentlicht worden. Damals wie heute sei es letztlich nicht gelungen, Stammzell-Linien für die Medizin zu gewinnen. In Deutschland sind solche Versuche verboten.

Frenchs Angaben zufolge verwendeten die Wissenschaftler in ihren Versuchen insgesamt 25 Eizellen (Online-Ausgabe von "StemCells"). Aus diesen entstanden durch das Klonen, für das das Erbgut der Hautfibroblasten zweier gesunder Männer verwendet wurden, fünf frühe Embryonen, so genannte Blastozysten. Nur eine Blastozyste enthielt schließlich das genetische Material der Spenderhautzelle sowie die mitochondriale DNA der Spendereizelle.

Anders als beim Klonschaf Dolly verpflanzten die US-Wissenschaftler einen Hautfibroblasten unter die Zona pelucia, also die äußere Hülle einer entkernten Eizelle. Schließlich verschmolzen die Forscher Eizelle und Fibroblast mit Hilfe zweier elektrischer Impulse. Nach 20 Minuten wurden noch nichtfusionierte Embryonen erneut elektrischen Impulsen ausgesetzt. Durch das Klonen entstanden Blastozysten, in denen sich bereits die innere Zellmasse entwickelt hatte, also jene Zellart, aus denen embryonale Stammzellen gezüchtet werden. Die Blastozysten waren dann etwa 5 bis 6 Tage alt.

Das Herstellen menschlicher Embryonen ist bereits dem deutschen Forscher Professor Dr. Miodrag Stojkovic, damals an der Universität Newcastle in Großbritannien, gelungen. Allerdings verwendete Stojkovic beim Klonen statt den Zellkern einer ausdifferenzierten Zelle, etwa eines Fibroblasten, den Nukleus einer embryonalen Stammzelle. Den Forschungserfolg der Wissenschaftler um French kommentierte Stojkovic mit dem Hinweis, dass es nicht ausreiche, gezeigt zu haben, dass es möglich ist, menschliche Blastozysten durch Klonen herzustellen. Nun gehe es vor allem darum, aus solchen sehr frühen Entwicklungsstadien embryonale Stammzellen zu züchten.

Weitere Informationen zum Klon-Erfolg der US-Forscher lesen Sie am Montag in der "Ärzte Zeitung".

Die Publikation sowie der Kommentar von Stojkovic sind frei abrufbar im Internet unter stemcells.alphamedpress.org/papbyrecent.dtl

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