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20 Prozent der Patienten nutzen Homöopathie

BERLIN (nsi). Im Jahr des 250. Geburtstags von Samuel Hahnemann, dem in Meißen geborenen Begründer der Homöopathie, findet der 60. Weltkongreß für Homöopathie in Berlin statt. Bis zum Wochenende treffen sich etwa 1500 Homöopathen aus 50 Ländern.

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Schwerpunkte des Kongresses sind homöopathische Behandlungen bei Epidemien und chronischen Krankheiten wie Depressionen, Krebs und Suchterkrankungen sowie von Kindern und Sterbenden. Außerdem wird diskutiert, wie sich erwünschte und unerwünschte Effekte der Homöopathie zuverlässig feststellen lassen und die Qualität von Medikamenten sichergestellt werden kann.

     WHO will Standards zur Homöopathie entwickeln.
   

Homöopathie sei leistungsfähig, effizient und kostensparend, so der Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte, Karl-Wilhelm Steuernagel aus Kassel. Homöopathie werde bei vielen Krankheiten allein angewendet, aber auch komplementär zur Schulmedizin. Etwa 20 Prozent der deutschen Patienten nutzten die Homöopathie.

Dennoch gibt es Forschungsbedarf. Dr. Xiaorui Zhang, bei der WHO für traditionelle Medizin zuständig, sagte der "Ärzte Zeitung", aus Sicht der WHO belegten die etwa 300 Studien die Wirksamkeit der Homöopathie nicht klar genug. "Es gibt einige Studien von hoher Qualität, die teilweise ein zugunsten der homöopathischen Behandlung positives Ergebnis hatten, aber die Datenlage ist nicht ausreichend." Die WHO diskutiere gemeinsam mit der Liga Medicorum Homeopathica Internationalis, der Weltorganisation homöopathischer Ärzte, und den nationalen Gesellschaften, wie sich Standards zur Feststellung von Wirkungs- und Nebenwirkungsprofilen entwickeln ließen. "Viele Länder, auch die meisten europäischen inklusive Deutschland, haben gesetzliche Regelungen und teilweise Institutionen mit gewissen Kontrollfunktionen, aber das reicht nicht", sagte Zhang. "Wir wissen wenig über unerwünschte Wirkungen. Vermutet ein homöopathisch behandelter Patient einen unerwünschten Effekt, raten die Ärzte meist, die Arznei abzusetzen, schließen aber unerwünschte Wirkungen wegen der geringen Substanzmengen aus." Sorgen bereite auch, daß es für die Zubereitung keine internationalen Standards gebe.

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