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Ärzte Zeitung, 23.06.2005

Intensivprogramm für adipöse Kinder rückt Speckröllchen zu Leibe

Ostdeutsche Klinik setzt auf Verknüpfung von stationärer und ambulanter Betreuung

BERLIN (gvg). Weil eine Kurzzeitdiät bei adipösen Kindern nicht viel bringt, versucht eine auf Eßstörungen spezialisierte Klinik dem Gewichtsproblem mit einem Mehrjahresprogramm zu Leibe zu rücken. Den gewünschten Erfolg soll dabei die enge Verzahnung zwischen klinischer und ambulanter Betreuung gewährleisten.

Mehr Bewegung - etwa angeregt durch "Gassigehen" - gehört für übergewichtige Kinder immer zu einem umfassenden Programm zur Gewichtskontrolle. Foto: dpa

Die zur Mediclin-Gruppe gehörende Seepark Klinik in Bad Bodenteich in Mecklenburg Vorpommern zielt mit ihrem Angebot auf 6- bis 18jährige Kinder und deren Familien. Sie müssen einen Body Mass Index jenseits der 90. Altersperzentile haben und sollten bereits eine somatische, psychische oder psychosoziale Beeinträchtigung durch ihr Übergewicht aufweisen, die eine stationäre Therapie rechtfertigt.

Das Konzept, über das der Arzt und Psychoanalytiker Privatdozent Reiner Dahlbender auf dem Berliner Hauptstadtkongreß berichtete, sieht nach einem ambulanten Screening durch Haus- oder Kinderärzte zunächst eine drei- bis fünfwöchige stationäre Behandlung vor - je nach Alter und Bedürfnissen des Kindes mit oder ohne Begleitperson. In dieser Zeit wird ein psychosomatisches Programm aus Motivationsseminaren, Gruppenpsychotherapie, Kunsttherapie und Entspannungsübungen angeboten. Es wird ergänzt durch überwachte Mahlzeiten, körperliche Aktivität und eine Lehrküche.

In Anschluß an eine zwölfwöchige Erprobungsphase zuhause folgt ein erneuter, zweiwöchiger, stationärer Aufenthalt. Schließlich gibt es eine mindestens zweijährige ambulante Betreuung durch Haus- oder Kinderärzte. Während dieser Zeit wird aber weiterhin ein enger Kontakt zur Klinik gehalten. Auffrischwochen mit Eltern und eine halbjährliche Erfolgskontrolle sollen das Angebot abrunden.

"Ziel ist eine dauerhafte Verringerung des Gewichts in den Normalbereich, also unter die 90. Altersperzentile", so Dahlbender. Ziel ist es aber auch, in den betroffenen Familien überhaupt erst einmal ein Bewußtsein für das Problem Übergewicht zu schaffen, was wesentlich durch die eingebundenen ambulanten Ärzte geschehen soll.

Daß das nötig ist, belegen etwa die Daten einer britischen Studie, in der die Familien von 277 zufällig ausgewählten Kindern mit einem BMI zwischen 25 und 30 untersucht wurden. Die Hälfte der Mütter und drei Viertel der Väter waren selbst übergewichtig oder adipös. Aber nur zwei von drei übergewichtigen Müttern und nur einer von drei übergewichtigen Vätern waren der Auffassung, ein Gewichtsproblem zu haben.

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