Forschung und Praxis, 19.12.2005

Dicker Bauch sagt Sterberisiko voraus

Mortalitätsdaten von 27 000 scheinbar gesunden Männern

Einfacher Test für das Diabetes-Risiko, der bei jedem rasch mit einem Maßband zu machen ist. Foto: do

Je dicker ein Mann mittleren Alters ist, desto eher wird er an kardiovaskulären Krankheiten sterben. Mit jeder Zunahme des Taillenumfangs um fünf Zentimeter steigt die kardiovaskuläre Mortalitätsrate um zwölf Prozent, haben Dr. Radim Jurca, The Cooper Institute in Dallas, Texas, und Mitarbeiter herausgefunden.

Sie hatten bei knapp 27 000 Männern im Durchschnittsalter von 44 Jahren und ohne bekannte kardiovaskuläre Erkrankung die Sterberate innerhalb von elf Jahren ermittelt. Dabei wollten sie herausfinden, ob der etablierte Framingham-Score, ergänzt um die Messung des Taillenumfangs, genauere prognostische Aussagen zuläßt als der Framingham-Score allein.

Waschbrettbauch ist nicht nur optisch von Vorteil

Die Antwort lautet: Ja! Der Taillenumfang korrelierte sowohl in den Gruppen mit niedrigem, mittlerem als auch bei hohem Framingham-Score unabhängig von anderen Faktoren und signifikant mit der Sterberate.

Dies bestätigten unter anderem Analysen aus der HOPE-Studie, wonach sich Taillenumfänge von mehr als 98 cm bei Frauen und 103 cm bei Männern als unabhängige Prädiktoren für signifikant mehr Herzinfarkte und kardiovaskulär bedingte Todesfälle herausgestellt hatten.

Damit gibt es einen weiteren Grund, regelmäßig bei seinen Patienten den Taillenumfang zu messen. Denn auch das Diabetes-Risiko läßt sich mit dem Metermaß voraussagen. Bei Männern gelten derzeit mehr als 110 cm, bei Frauen mehr als 88 cm als sehr risikoreich.

Kardiologen fordern seit langem, daß die Normalisierung des Körpergewichts integraler Bestandteil der Behandlung von KHK-Patienten sein muß. Jetzt ist klar, daß ein flacher Bauch, bereits lange bevor erste Krankheitszeichen auftreten, mehr als nur optische Vorteile bietet. (ner)

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