Ärzte Zeitung, 15.01.2013

Adipositas

Hilft Viagra® auch beim Abspecken?

Forscher haben nun einen Signalweg des Potenzmittels Sildenafil entdeckt, der Übergewicht bekämpfen könnte.

BONN. Forscher der Universität Bonn behandelten Mäuse mit Sildenafil (Viagra®) und machten eine erstaunliche Entdeckung: Das Potenzmittel wandelt unerwünschte weiße Fettzellen um und könnte dadurch das lästige "Hüftgold" einfach abschmelzen lassen.

Vermutlich verringert der Wirkstoff auch das Risiko für Folgeerkrankungen der Fettleibigkeit (The FASEB Journal 2013, online 9. Januar).

Das Team um Professor Alexander Pfeifer testete zusammen mit dem Pharmazentrum der Universität Bonn, dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und dem Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung die Wirkung des Sildenafil auf Fettzellen an Mäusen.

Die Forscher verabreichten den Nagern über sieben Tage hinweg das Potenzmittel. "Die Effekte waren ganz erstaunlich", wird Dr. Ana Kilic in einer Mitteilung der Uni Bonn zitiert.

Sildenafil verwandelte in den Tieren verstärkt die weißen Fettzellen, die auch in den "Problemzonen" des Menschen stecken, in beige Fettzellen. Beige Fettzellen verbrennen die Nahrungsenergie und setzen sie in Wärme um.

Weil die beigen Zellen Fett einfach abschmelzen und damit Adipositas bekämpfen können, sind sie der Hoffnungsträger. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Diabetikern wird der HbA1c-Wert nicht oft genug kontrolliert

Eigentlich sollten Ärzte mindestens zweimal im Jahr den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetikern bestimmen. Bei jedem vierten Patienten messen sie ihn aber nur einmal oder gar nicht. mehr »

SPD will "Ende der Zwei-Klassen-Medizin"

14:10 Nach der knappen Abstimmung pro GroKo-Verhandlung geht es nun darum, die auf dem SPD-Parteitag angesprochenen "Nachbesserungen" in den Koalitionsvertrag reinzuverhandeln. KBV und Hartmannbund reagieren skeptisch. mehr »

Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Altenpflegekräfte fehlen fast doppelt so oft wegen psychischer Erkrankungen wie andere Beschäftigte, heißt es im länderübergreifenden Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg. mehr »