Ärzte Zeitung, 23.04.2013
 

Kommentar zur "Generationsverschiebung"

Die Sache mit dem Altern

Von Peter Overbeck

Altwerden ist nichts für Feiglinge, lautet eine Hollywood-Vamp Mae West zugeschriebene Erkenntnis. Die meisten Menschen sind jedoch anscheinend mutig genug, sich ein hohes Alter zu wünschen - am besten bei guter Gesundheit bis zum letzten Stündlein.

Die Chancen, alt zu werden, waren noch nie so gut wie heute. Dafür gibt es viele Gründe. Ein wichtiger ist sicher der medizinische Fortschritt, der insbesondere bei Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems erzielt worden ist. Doch der Trend zur immer höheren Lebenserwartung muss nicht ungebrochen bleiben. Was niederländische Forscher jetzt berichten, gibt zu denken.

Nach ihren Daten ist der gesundheitliche Status in jüngeren Generationen längst nicht mehr so gut wie bei Menschen gleichen Alters in vorangegangenen Generationen. Das liegt vor allem an der Zunahme von Übergewicht und Fettleibigkeit und deren Folgen. Tickt da eine Zeitbombe, die den Trend bei der Lebenserwartung stoppen oder gar umkehren wird? Sicher lässt sich das nicht prognostizieren.

Immer wieder ist vom "obesity paradox" zu hören, wonach Übergewichtige sogar etwas länger leben. Beschert uns die zunehmende Verfettung am Ende noch mehr Lebensjahre? An diese Hoffnung sollte man sich vielleicht besser nicht klammern.

Lesen Sie dazu auch:
Dem Körpergewicht 15 Jahre voraus: Fettleibigkeit wird jünger

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