Aus Sportmuffeln werden später oft Asthmatiker

NÜRNBERG (wst). Kinder, die sich regelmäßig bewegen, haben ein signifikant geringeres Risiko, Asthma zu entwickeln als körperlich inaktive Kinder. Und unter den körperlich inaktiven ist offenbar bei denen, die tagtäglich vor Computerspielen sitzen, das Asthma-Risiko größer als bei Bücherwürmern.

Veröffentlicht:

Auf diese Zusammenhänge hat Dr. Josef Lecheler vom CJD Asthmazentrum Berchtesgaden auf einem Satellitensymposium des Unternehmens ratiopharm zum 47. Deutschen Pneumologenkongreß in Nürnberg hingewiesen.

Wie Lecheler sagte, hätten mehrere epidemiologische und prospektive Studien sowohl bei Kindern als auch bei jüngeren Erwachsenen einen signifikanten Zusammenhang zwischen geringer körperlicher Fitneß und erhöhtem Asthma-Risiko aufgedeckt. Auch Übergewicht sei demnach mit einer erhöhten Asthma-Inzidenz assoziiert, so Lecheler.

Lecheler wies dabei auf die bedenkliche Situation hin, daß Kinder sich immer weniger bewegten und sich ihre Fitneß zunehmend verschlechtere. So wurde zum Beispiel in alljährlich mit mehreren tausend Kindern stattfindenden gemeinsamen Untersuchungen von Deutschem Sportbund und der AOK ermittelt, daß die Zehn- bis Elfjährigen des Jahres 2002 nur noch etwa 70 Prozent der Leistungsfähigkeit beim Sport hatten wie Gleichaltrige im Jahr 1995.

Der Anstieg der Asthma-Prävalenz in den letzten Jahrzehnten ließe sich damit bereits zu einem Teil allein mit dem im gleichen Zeitraum parallel dazu angewachsenen Bewegungsmangel erklären.

Als möglicher Mechanismus, wie Sport gegen Asthma schützen könnte, wird die bei körperlicher Anstrengung vertiefte Atmung diskutiert. So ist bekannt, daß bei Probanden allein durch eine tiefe Atmung eine methacholininduzierte Bronchokonstriktion abgeschwächt oder sogar aufgehoben werden kann. Und es gibt mehrere, auch tierexperimentell gestützte Hinweise, wonach eine dauerhafte flache Atmung zu einer verkümmerten, für Streß anfälligeren glatten Muskulatur in den Atemwegen führt.

So betrachtet könnten unter den Stubenhockern Kinder, die täglich mehrere Stunden computerspielen, noch anfälliger für Asthma sein als Bücherwürmer, betonte Lecheler. Denn nach einer aktuellen Studie atmen Kinder beim Lesen eines Buches pro Stunde etwa zehn bis 20 mal spontan tief durch, wohingegen die Rate an potentiell bronchoprotektiven Seufzer-Atmungen bei Gleichaltrigen vor dem Monitor nur etwa die Hälfte davon beträgt.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Metabolomics

Asthma: Künftig Bluttest zur Vorhersage von Exazerbationen?

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Metaanalyse

Keine Evidenz für die meisten Statin-Nebenwirkungen

Röntgen-Thorax führte zur Diagnose

Kasuistik: Negativer D-Dimer-Test trotz akuter Lungenembolie

Lesetipps
Das Zusammenspiel zwischen Vermögensverwalter und Anlegerin oder Anleger läuft am besten, wenn die Schritte der Geldanlage anschaulich erklärt werden.

© M+Isolation+Photo / stock.adobe.com

Geldanlage

Was einen guten Vermögensverwalter ausmacht

Eine Frau liegt erschöpft auf einem Sofa.

© fizkes / stock.adobe.com

Patientenumfrage

Krebs: So häufig sind Tumorschmerzen