Dauertherapie auch bei Belastungsasthma

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Mädchen beim Skaten; auch Asthmatiker brauchen bei angemessener Therapie heutzutage nicht auf Sport zu verzichten.

Mädchen beim Skaten; auch Asthmatiker brauchen bei angemessener Therapie heutzutage nicht auf Sport zu verzichten.

© Foto: Kaulitzki www.fotolia.de

FRANKFURT/MAIN (hem). Auch wenn eine akute Mastzellstabilisierung Asthmatikern die Aufnahme sportlicher Aktivitäten erleichtert, bleibt die antientzündliche Dauertherapie der Schlüssel zum Erfolg bei Belastungsasthma.

Das betonte Professor Stephan Sorichter aus Freiburg auf der "Pneumologen-Aircademy 2008" von MSD. Die alleinige Anwendung von Betamimetika vor Belastungsbeginn könne sich dagegen langfristig sogar negativ auswirken. Vier von fünf Asthmatikern macht auch eine belastungsabhängige Komponente ihrer Atemwegserkrankung zu schaffen. Das Anstrengungsasthma äußert sich nicht nur während, sondern meist auch unmittelbar nach körperlicher Anstrengung in Husten und Giemen sowie vermehrter Sekretbildung und thorakalem Engegefühl.

Als Auslöser der Beschwerden, die den Drang nach Bewegung gründlich behindern können, kommt nach Angaben von Sorichter zunächst eine Abkühlung der Atemwege infrage. Der Grundtonus der glatten Muskulatur steigt an, und die vagalen Reflexe verstärken sich. Ein weiteres Problem besteht in der Austrocknung der Atemwege mit Hyperosmolarität des Bronchialschleims. Das ruft eine vermehrte Ausschüttung von Histamin und Leukotrienen hervor.

Auf längere Sicht führt die rezidivierende Mediatorenausschüttung zu einer erhöhten vaskulären Permeabilität und epithelialen Schäden. Damit machte Sorichter deutlich, dass Bronchien erweiternde Medikamente wie Betamimetika allein den Circulus vitiosus aus Entzündung und Epithelschäden nicht durchbrechen können. Die Basistherapie besteht vielmehr in einer dauerhaften Kontrolle des entzündlichen Geschehens mit inhalativen Steroiden und dem Leukotrienantagonisten Montelukast.

Um die Diagnose eines belastungsindizierten Asthmas zu sichern, empfahl Sorichter einen Belastungstest, möglichst angelehnt an die individuell angestrebte Sportart. Die Belastung sollte bei 80 Prozent der maximalen Sauerstoffaufnahme oder bei 85 bis 90 Prozent der maximalen Herzfrequenz angesiedelt sein und nicht länger dauern als sechs bis acht Minuten. Von einer Standardergometrie riet der Pneumologe allerdings ab.

Den Bronchien sollte nicht zu viel Zeit gelassen werden, sich an die Belastung zu gewöhnen. Genau das ist allerdings auf der anderen Seite das probate Mittel, Bronchokonstriktionen im Ernstfall zu verhindern. Eine kontinuierliche Aufwärmphase vor einem Wettkampf hat günstige Auswirkungen auf die Lungenfunktion und mindert das Risiko eines belastungsinduzierten Asthmaanfalls.

Weitere Infos zur Therapie bei Anstrengungsasthma gibt es unter www.atemwegsliga.de - den Link "Asthmaleitlinie" wählen!

STICHWORT

Belastungsasthma

Belastungsasthma - auch Anstrengungsasthma genannt - tritt ausschließlich bei körperlicher Belastung auf. Meist ist ein anstrengungsindiziertes Asthma jedoch Zeichen einer inadäquaten Asthmakontrolle. Deshalb sollte bei den Betroffenen zunächst die aktuelle Therapie überprüft werden, heißt es in der aktuellen gemeinsamen Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. (ikr)

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