Ärzte Zeitung, 23.05.2011

Klares Ja zu Ausdauersport auch bei schwerem Asthma

Studie: Sportprogramm verringert Symptome, Angst und Depressionen

BERLIN (gvg). Treiben Asthmakranke zweimal wöchentlich Ausdauersport, dann haben sie deutlich mehr symptomfreie Tage als ohne Sport. Sogar bei schwerem Asthma erhöht das Training die Lebensqualität.

Klares Ja zu Ausdauersport auch bei schwerem Asthma

Ausdauertraining bessert die Lebensqualität von Asthmakranken und erhöht die Zahl symptomfreier Tage.

© Kzenon / fotolia.com

Den Nutzen von Sport belegt eine kontrollierte Studie, die Professor Martin Kohlhäufl von der Klinik Schillerhöhe in Stuttgart vorgestellt hat. Teilnehmer waren 101 Patienten im Alter von 20 bis 50 Jahren mit mittelgradigem oder schwerem Asthma, die mit inhalativen Steroiden als Dauermedikation leitliniengemäß behandelt wurden (Chest 2010; 138: 331).

Alle Patienten erhielten eine Asthmaschulung sowie mehrere Sitzungen Atemphysiotherapie. Patienten der Interventionsgruppe absolvierten zusätzlich zweimal wöchentlich für je 30 Minuten ein intensives Ausdauertraining mit Ausschöpfung von 70 Prozent der maximalen Sauerstoffaufnahme. Diese Intervention lief über drei Monate.

Mit Training besserten sich nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit: "Es gab signifikante Vorteile bei der asthmaspezifischen Lebensqualität, und die Patienten schnitten bei Angst- und Depressionsfragebögen besser ab", sagte Kohlhäufl beim Praxis Update 2011 in Berlin.

Am erstaunlichsten aber war der deutliche Effekt auf die Symptome: Bei Patienten mit Training waren im Monat knapp 24 Tage symptomfrei, im Vergleich zu 16 Tagen in der Kontrollgruppe. "Damit ist Ausdauertraining auch für unsere Asthmapatienten uneingeschränkt zu empfehlen", so Kohlhäufl. "Kaltstarts" sollten jedoch vermieden werden, um keine Asthmaanfälle zu provozieren. Ordentliches Aufwärmen vor dem Sport ist für Patienten also Pflicht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »