Ärzte Zeitung, 11.05.2015

COPD

Gute Bronchodilatation ist A&O

Die Zeichen stehen beim COPD-Therapiestart auf Bronchodilatation - gegebenenfalls auch mit einer Kombination.

MANNHEIM. "Das Fundament einer COPD-Therapie sind die Bronchialöffner", sagte Dr. Claudia MünksLederer vom Klinikum Vest in Marl. Dazu gehören langwirksame Beta-2-Sympathikomimetika, die an den β-Rezeptoren wirken (LABA) und Anticholinergika (LAMA), die an den Muskeln direkt angreifen.

"Bei COPD sollte die Therapie immer mit einem LAMA beginnen, wenn das nicht ausreicht, kann man ein LABA dazugeben", so die Pneumologin beim Internistenkongress in Mannheim.

Bei Patienten mit höherem Schweregrad einer COPD sei auch ein Therapiestart mit einer LAMA / LABA-Kombination möglich. Man sollte jedoch nicht mit einem inhalativen Steroid (ICS) beginnen.

Das könne bei Patienten, die häufig exazerbieren oder bei einer bronchialen Hyperreagibilität später noch hinzukommen.

Etwas anderes ist es bei Patienten mit Asthma - hier beginne die Therapie mit einem ICS, dann komme ein LABA, gefolgt von einem LAMA, erläuterte Münks-Lederer bei einer vom Unternehmen Berlin-Chemie unterstützten Veranstaltung.

Nie zwei Kombinationen gleichzeitig

"Für mich ist die LAMA/ LABA-Kombination die COPD-Kombi und die ICS / LABA-Kombination die Asthma-Kombi", so die Expertin. Dabei sei wegen der Gefahr einer Überdosierung besonders wichtig: Nie zwei Kombinationen gleichzeitig geben.

Für viele Patienten ist es aus Compliance-Gründen ideal, ein Medikament nur einmal am Tag morgens einnehmen zu müssen. Es gebe aber viele Patienten, die sich abends davor fürchten, ins Bett zu gehen, weil sie Angst vor Symptomen wie Atemnot und Auswurf in der Nacht und morgens haben.

"Habe ich einen Patienten vor mir, der nachts Beschwerden hat, kommt er deutlich besser durch die Nacht, wenn er abends nochmals eine Medikamentendosis bekommt", erläuterte die Expertin.

Zur Verfügung steht hier zum Beispiel die LAMA / LABA-Kombination aus 400 μg Aclidinium / 12 μg Formoterol (Brimica® Genuair®), die morgens und abends eingenommen wird.

Verzweifelte Patientin

Münks-Lederer nannte als Beispiel den Fall einer Endoskopieschwester, die bei der Erstvorstellung mit LAMA, LABA, ICS nach Leitlinie eingestellt war. Zudem hatte sie Herzmedikamente bekommen, da sie tachykard war.

Die Patientin sei völlig verzweifelt gewesen, da sie nachts beim Rufdienst immer ein kurzwirksames Spray benötigte, um irgendwie leistungsfähig zu sein, berichtete die Pneumologin.

Es erfolgte eine Umstellung der Therapie auf die LAMA / LABA-Kombination morgens und abends, ICS und Herzmedikamente konnten abgesetzt werden.

"Die abendliche Gabe der Kombination war hier ganz entscheidend, die Patientin hat sehr viel Lebensqualität hinzugewonnen", sagte die Expertin. (otc)

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