Ärzte Zeitung, 11.12.2015

COPD

Umeclidinium zur Monotherapie

Mit Incruse® (Umeclidinium) plus Relvar® (Fluticason/Vilanterol) können Ärzte ihren Patienten mit COPD in Kürze eine Dreifach-Therapie in einem einheitlichen Inhalator (Ellipta®) anbieten.

Von Dagmar Jäger-Becker

MÜNCHEN. Ab dem 1. Februar 2016 wird der langwirksame Muscarinrezeptor-Antagonist (LAMA) Umeclidinium (Incruse®) für die Monotherapie bei Patienten mit COPD auf dem Markt sein.

Zusammen mit der ICS/LABA Fixkombination Fluticasonfuroat/Vilanterol (FF/VI) (Relvar®) können Ärzte ihren Patienten damit eine Dreifach-Therapie in einem einheitlichen Inhalator (Ellipta®) anbieten.

Eine Dreifach-Therapie ist bei Patienten mit COPD indiziert, die unter einer Erhaltungstherapie weiterhin symptomatisch bleiben und Exazerbationen haben. Dies ist bei fast jedem dritten Patienten innerhalb der ersten zwei Jahre nach Diagnose einer COPD der Fall.

In zwei doppelblinden Parallelgruppenstudien mit 1238 COPD-Patienten hat die Add-on-Gabe von Umeclidinium zu FF/VI im Vergleich zu FF/VI plus Placebo den FEV1-Talwert nach 85 Tagen signifikant verbessert (p<0,001).

Die Sicherheitsprofile beider Regime waren ähnlich, berichtete Professor Neil Barnes, GlaxoSmithKline London, bei einer Veranstaltung in München.

Bei den meisten COPD-Patienten wirkt bereits eine duale Bronchodilatation besser als eine Monotherapie, erklärte Barnes, so auch die initiale Erhaltungstherapie mit der Fixkombi aus den Wirkstoffen Umeclidinium und dem LABA Vilanterol (Umec/VI) (Anoro®).

Die Einsekundenkapazität (FEV1) konnte bei einer Therapie mit der Fixkombination stärker verbessert werden als bei Anwendung der Einzelsubstanzen.

Als Monotherapie verbesserte Umeclidinium (55 μg einmal täglich) bei Patienten mit COPD der Stadien II bis IV signifikant gegenüber Placebo die Lungenfunktion (FEV1 über 24 Stunden) (p<0,001), reduzierte signifikant die Kurzatmigkeit auf dem Transition Dyspnea Index (TDI) und verbesserte signifikant die Lebensqualität auf dem St. George's Respiratory-Questionnaire-Gesamtscore (SGRQ)

Alle drei Behandlungsoptionen (Umeclidinium-Mono, Umeclidinium/Vilanterol sowie Umeclidinium plus Fluticason/Vilanterol) sind mit dem gleichen Inhalator einsetzbar, so dass bei Bedarf eine individuell an den Patienten-Phänotyp angepasste, einfache Therapieeskalation möglich ist, erklärte Professor Claus Vogelmeier von der Philipps-Universität Marburg bei der vom Unternehmen GlaxoSmithKline unterstützten Veranstaltung.

Umeclidinium soll im Februar 2016 in den deutschen Markt eingeführt, wie der Hersteller mitgeteilt hat.

Die Zulassung beruht auf sieben Phase-III-Studien mit über 2500 COPD-Patienten, die Umeclidinium oder Placebo erhalten hatten. Darin bekamen 576 Patienten die empfohlene Dosierung von 55 μg des Wirkstoffs einmal täglich.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

In Deutschland gibt es"weder Hölle noch Paradies"

Die Lebensumstände in Deutschland sind weitgehend gleichwertig - gemessen an 53 Indikatoren, die etwa Gesundheit, Arbeit und Freizeit berücksichtigen, so der "Deutschland-Report". mehr »

Wenn Welten aufeinandertreffen

Die urologische Versorgung in Ghana findet nur sehr eingeschränkt statt. Der Verein "Die Ärzte für Afrika" unterstützt sechs Kliniken vor Ort – eine Herzensangelegenheit. mehr »

Schlaganfall im Schlaf – Wann ist Thrombolyse möglich?

Liegt der Symptombeginn bei Schlagfall einige Stunden zurück, kommt eine Thrombolyse eigentlich nicht infrage. Forschern ist es nun gelungen, Patienten für die Therapie auszuwählen, auch ohne den Zeitpunkt des Insults zu kennen. mehr »