COPD

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Aktuelle Therapieoptionen bei der COPD – Lassen Sie Ihre Patienten wieder freier atmen!

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung online, 11.10.2017

Atemwegserkrankungen

Sputumfarbe ist kein Prädiktor bei Bronchitis

Akute Bronchitis und Rhinosinusitis werden meist durch Viren verursacht. Eine Antibiose ist dann nicht indiziert.

Von Dr. Florian Salm, Dr. Tobias Kramer, Prof. Petra Gastmeier

BERLIN. Die akute Bronchitis wird in neun von zehn Fällen durch ein Virus ausgelöst. Eine antibiotische Therapie ist daher nicht indiziert. Im klinischen Alltag ist es allerdings häufig nicht möglich, eine schwere akute Bronchitis von einer beginnenden Pneumonie sicher zu differenzieren. Zur Differenzierung zwischen viraler und bakterieller Genese können Labor-Parameter hinzugezogen werden. Das Akute-Phase Protein Procalcitonin (PCT) hat sich als geeigneter Parameter etabliert, wird jedoch aufgrund der hohen Kosten aktuell nicht in den Leitlinien als Standard-Diagnostik empfohlen.

In diesem Zusammenhang wichtig: Die Sputumfarbe hat keinen prädiktiven Wert in Bezug auf die Genese einer akuten Bronchitis. Grünes oder gelbes Sputum stellt im Rahmen einer akuten Bronchitis keine Indikation für eine Antibiose dar, sondern ist Teil des physiologischen Abwehrprozesses, auch bei viraler Genese.

Vielen Patienten ist außerdem nicht bewusst, dass die Dauer des Hustens bis zu sechs Wochen anhalten kann und durch eine antibiotische Therapie nicht verkürzt wird. Bei besonders vulnerablen Patienten mit schweren kardialen oder respiratorischen Vorerkrankungen kann eine antibiotische Therapie jedoch indiziert sein. Diese sollte dann ebenfalls mit Amoxicillin erfolgen.

In sieben von zehn Fällen ist eine Rhinosinusitis viral bedingt. Von den bakteriellen Erregern sind Hämophilus influenzae und Streptococcus pneumoniae die wichtigsten Vertreter. Die Klinik mit Schmerzverstärkung bei Vorbeugehaltung ist typisch bei dieser Erkrankung. Häufig berichten die Patienten von einem vorangegangen grippalen Infekt mit einem freien Intervall vor Beginn der Sinusitis. Ohne Therapie sind 60 bis 80 Prozent der Patienten nach zwei Wochen symptomfrei.

Der Patient profitiert in der Mehrzahl der Fälle nicht von einer Antibiose. Die sogenannte "number needed to treat" (NNT), also die Zahl der Patienten, die behandelt werden muss, damit ein Patient von der Therapie profitiert, ist 18. Demgegenüber steht, dass von acht antibiotisch behandelten Patienten bei einem Patienten eine relevante Nebenwirkung auftritt ("number needed to harm", NNH). Eine antibiotische Therapie bei der Sinusitis sollte daher immer sorgfältig abgewogen werden und nur bei besonderen Indikationen zum Tragen kommen.

 (Die Autoren arbeiten am Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité in Berlin)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Hunde im MRT hygienischer als bärtige Männer

Ist es hygienisch, Hunde in MRT-Scanner zu legen, mit denen primär Menschen untersucht werden? Ja, legt eine Studie nahe: Bärtige Männer bergen höhere Kontaminationsrisiken. mehr »

Starke Konzentration wird im Fall Valsartan zum Klumpenrisiko

Noch ist die Risikobewertung im Fall Valsartan nicht abgeschlossen. Aber der Vorgang zeigt die Risiken der starken Marktkonzentration. mehr »

Die Gesundheit der Bombenkinder

Seit Jahrzehnten berichten viele Hibakusha – so nennt Japan seine Atombombenopfer – regelmäßig vor Schülern und Interessierten aus dem In- und Ausland von dem Grauen, das sie und ihre Angehörigen erlebten. mehr »