Ärzte Zeitung online, 10.12.2018

COPD-Management

Ein LAMA ist bei COPD ein guter Einstieg

Die COPD-Therapie sollte an die Symptome angepasst werden. Bei schlechtem Ansprechen sollten auch Adhärenz und Inhalationstechnik überprüft werden.

BERLIN. „Sie machen nichts falsch, wenn Sie einem noch nicht vorbehandelten COPD-Patienten initial ein LAMA geben“, sagte Professor Marco Idzko, Pneumologe an der Universitätsklinik Wien, bei den Berliner Lungen-Fortbildungstagen. Die aktuellen Empfehlungen der GOLD-Expertengruppe unterstreichen dies. Bei allen Patientengruppen (GOLD A bis D) wird ein langwirksamer Muscarinantagonist (LAMA) als mögliche Initialtherapie genannt. Einzige diagnostische Voraussetzung: die Differenzialdiagnose zum Asthma sollte gesichert sein. Denn Asthma-Patienten sollten besser keine Monotherapie mit einem LAMA erhalten, sagte Idzko bei der vom Unternehmen Berlin-Chemie unterstützten Veranstaltung. Ein bewährter Standard ist hier die Kombination ICS / LABA.

Bei COPD-Monotherapie sollten LAMAs im Vergleich zu LABAs bevorzugt werden, so Idzko. In direkten Vergleichsstudien, z.B. zwischen Indacaterol und Tiotropium, hatten Patienten unter einem LAMA ein geringeres Exazerbationsrisiko. Seien die Patienten bei Erstvorstellung stark symptomatisch, könne aber auch bereits initial zur LAMA / LABA-Kombinationstherapie gegriffen werden. Laut GOLD-Empfehlungen spricht ein CAT-Score < 20 eher für eine LAMA-Monotherapie, ein Score ≥ 20 für die Kombinationstherapie.

Bei hohem Exazerbationsrisiko bietet sich eine ICS / LABA-Kombination oder eine Triple-Therapie mit ICS / LAMA / LABA an, etwa mit der neuen Fixkombination aus Umeclidinium / Vilanterol / Fluticason (z.B. Elebrato® Ellipta®). Zur Beurteilung des Exazerbationsrisikos empfahl Idzko die Messung der Bluteosinophilen. „Je höher die Eosinophilenzahl, desto wahrscheinlicher sind schwere Exazerbationen.“ Die Therapie sollte möglichst an die Symptomatik angepasst werden und bei ungenügendem Ansprechen auch Adhärenz und Inhalationstechnik überprüft werden. Als weiteren Therapiebaustein nannte Idzko Roflumilast, das seit kurzem auch in der besser verträglichen 250-mg-Dosis zur Verfügung steht, und als letzte Option bei häufigen Exazerbationen, einen Behandlungsversuch über sechs Monate mit Azathioprin. (rf)

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