Direkt zum Inhaltsbereich

Bei Kindern

Erhöht häufige Rhinitis das Asthma-Risiko?

Auch Kinder ohne Allergien entwickeln häufiger Asthma, wenn sie in der frühen Kindheit oft eine Rhinitis hatten, wie eine US-Studie ergeben hat.

Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Kinder, die in frühen Jahren häufig an Schnupfen leiden, haben ein erhöhtes Risiko später Asthma zu entwickeln. Das hat eine US-Studie ergeben, von der der Lungeninformationsdienst des Helmholtz Zentrums München berichtet. Den Ergebnissen zufolge besteht dieser Zusammenhang sowohl bei allergischer als auch bei nicht-allergischer Rhinitis.

Für die Studie werteten die Forscher Daten von 521 Kindern aus einer Geburtenkohorte von 1980 bis 1984 aus (Clin Exp Allergy 2019; 49: 35-43). Alle Kinder hatten im Alter von sechs Jahren noch kein Asthma, entwickelten die Atemwegserkrankung aber mit 8 bis 32 Jahren.

Um Kinder mit einer Allergie beziehungsweise Atopie zu entdecken, beantworteten die Eltern zu Beginn einen Gesundheitsfragebogen. In diesem wurde unter anderem abgefragt, ob das Kind Entzündungen der Nasennebenhöhlen, Hautausschläge oder häufige Infekte der oberen Atemwege hatte. Zudem wurde ein Pricktest auf verschiedene Allergene wie Hausstaubmilben, Gräser, Bäume und Schimmelpilze durchgeführt. So konnten die Forscher die Kinder in vier Gruppen einteilen: Mit / ohne Schnupfen und mit beziehungsweise ohne Allergie(neigung).

Ergebnis: Kinder mit einer Allergie oder Atopie entwickelten mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Asthma – unabhängig davon, ob sie mit sechs Jahren Schnupfen hatten oder nicht, heißt es in der Mitteilung des Helmholtz Zentrums. Überraschend sei das Ergebnis der Kinder ohne Allergie(neigung) gewesen. Auch bei ihnen wurde deutlich häufiger Asthma diagnostiziert, wenn sie in der frühen Kindheit oft Rhinitis hatten.

Die Gründe für diesen Zusammenhang sind noch unklar. Nach Ansicht der Studienautoren deuten ihre Ergebnisse aber darauf hin, dass nicht-allergische Mechanismen bei der Asthma-Entstehung von größerer Bedeutung sind.

Als „Verbindungsstück“ zwischen nicht-allergischer Rhinitis und Asthma kommen etwa virale Atemwegsinfektionen infrage, die bei beiden Krankheiten eine Rolle spielen. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Dosieraerosol, Pulverinhalator, Vernebler

Fallstricke bei der Inhalationstherapie im Kindesalter

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland

Metaanalyse

Atemwegsviren auch bei nichtakutem Asthma häufig nachweisbar

Das könnte Sie auch interessieren
Vier Einwände von Herzpatienten im Evidenzcheck

© imran kadir photography | Getty Images

Impfskepsis in der Praxis

Vier Einwände von Herzpatienten im Evidenzcheck

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Gut organisiert in die Grippesaison starten

© Abraham Gonzalez Fernandez | Getty Images

Impfmanagement

Gut organisiert in die Grippesaison starten

Anzeige | Viatris Germany GmbH
„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

© SrdjanPav | Getty Images

Impfkommunikation

„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Vorteile von Vamorolon

© Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, modifiziert nach [3−5, 6]

Duchenne-Muskeldystrophie (DMD)

Neue Perspektiven für die Versorgung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, München
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview zum Urologie-Kongress

Wie wird KI die Urologie verändern, DGU-Präsidentin Krege?

An der Spitze des Gemeinsamen Bundesausschusses

G-BA-Vorsitzende Sonja Optendrenk sieht sich als Streiterin der Selbstverwaltung

Lesetipps
Ältere Frau bei einer Psychiotherapie

© Herbie / Fotolia

Multimodale Therapie

Dystonien: Welche alternativen Therapieansätze gibt es?

Smartphones mit Gemini und Chat-GBT

© Lorenzo Di Cola | NurPhoto / picture alliance

Künstliche Intelligenz

Warum die KI eine Hausärztin fälschlicherweise für tot erklärte

Eine ältere Frau stützt ihr Gesicht mit ihren Händen ab.

© Alexey Klementiev / photos.com

Risikofaktoren im Blick

So spüren Sie eine Post-Stroke-Depression auf