Ärzte Zeitung, 09.03.2005

Kortikoid-Spray läßt Nasenpolypen schrumpfen

Mometason in einer Studie mit mehr als 600 Patienten geprüft / Auch das Riechvermögen bessert sich

NEU-ISENBURG (hbr). Patienten mit Nasenpolypen können aufatmen: Neue Studien belegen, daß mit dem Kortikosteroid Mometason behandelte Polypen schrumpfen und die Luftdurchgängigkeit der Nase steigt. Sogar das Riechvermögen bessert sich. Die Zulassung des bisher bei allergischer Rhinitis angewandten Nasensprays mit Mometason (Nasonex®) ist jetzt auf Nasenpolypen erweitert worden.

Professor Claus Bachert von der Universitätsklinik Gent stellte die neuen Studiendaten bei einer Veranstaltung von Essex Pharma in Neu-Isenburg vor. In der Studie verwendeten 664 Patienten mit Nasenpolypen vier Monate lang das Mometason-Nasenspray oder Placebo. Polypen aller Schweregrade waren vertreten. Nur eine vollständige Blockade der Nase durfte nicht bestehen, damit das hineingesprühte Mittel nicht nur die vorderen Polypen erreicht.

Die erste Verumgruppe erhielt einmal täglich 200 µg des Präparates. Das entspricht zwei Sprühstößen in jede Nasenöffnung. Die zweite Verumgruppe sprühte zweimal täglich 200 µg. Nach vier Monaten ging es den Teilnehmern dieser Gruppen deutlich besser: Im Vergleich zu den mit einem Placebo behandelten Probanden waren die Polypen bei den Patienten in beiden Mometason-Gruppen geschrumpft, im Mittel um etwas mehr als ein Grad: "Das heißt, ein Polyp, der über die mittlere Muschel hinausragte, hat sich in den mittleren Nasengang zurückgezogen", so Bachert.

Auch die Nasenverstopfung ließ nach, die Nasenatmung fiel leichter als vorher. Die Unterschiede waren jeweils signifikant. "Dabei bringt die höhere Dosis konsistentere Ergebnisse", sagte Bachert. Am auffallendsten war die Wirkung auf den Geruchssinn - der reagiere meist nicht auf topische Kortikosteroide.

Mit Mometason dagegen besserte sich das Riechvermögen, in der höheren Dosis mit stabilem Effekt. Für die Patienten bedeutet das mehr Lebensqualität, weil etwa die Aromawahrnehmung wieder funktioniert.

Ein Nasenbluten, das manchmal vorkommen kann, sei meist nur leicht ausgeprägt. Es tritt eher bei der höheren Dosierung auf. Sobald das möglich sei, gehe man deshalb zur niedrigeren Dosis über. Insgesamt könnten mit Mometason 50 bis 60 Prozent der Patienten mit Nasenpolypen erfolgreich behandelt werden.

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