Kortikoid-Spray läßt Nasenpolypen schrumpfen

NEU-ISENBURG (hbr). Patienten mit Nasenpolypen können aufatmen: Neue Studien belegen, daß mit dem Kortikosteroid Mometason behandelte Polypen schrumpfen und die Luftdurchgängigkeit der Nase steigt. Sogar das Riechvermögen bessert sich. Die Zulassung des bisher bei allergischer Rhinitis angewandten Nasensprays mit Mometason (Nasonex®) ist jetzt auf Nasenpolypen erweitert worden.

Veröffentlicht:

Professor Claus Bachert von der Universitätsklinik Gent stellte die neuen Studiendaten bei einer Veranstaltung von Essex Pharma in Neu-Isenburg vor. In der Studie verwendeten 664 Patienten mit Nasenpolypen vier Monate lang das Mometason-Nasenspray oder Placebo. Polypen aller Schweregrade waren vertreten. Nur eine vollständige Blockade der Nase durfte nicht bestehen, damit das hineingesprühte Mittel nicht nur die vorderen Polypen erreicht.

Die erste Verumgruppe erhielt einmal täglich 200 µg des Präparates. Das entspricht zwei Sprühstößen in jede Nasenöffnung. Die zweite Verumgruppe sprühte zweimal täglich 200 µg. Nach vier Monaten ging es den Teilnehmern dieser Gruppen deutlich besser: Im Vergleich zu den mit einem Placebo behandelten Probanden waren die Polypen bei den Patienten in beiden Mometason-Gruppen geschrumpft, im Mittel um etwas mehr als ein Grad: "Das heißt, ein Polyp, der über die mittlere Muschel hinausragte, hat sich in den mittleren Nasengang zurückgezogen", so Bachert.

Auch die Nasenverstopfung ließ nach, die Nasenatmung fiel leichter als vorher. Die Unterschiede waren jeweils signifikant. "Dabei bringt die höhere Dosis konsistentere Ergebnisse", sagte Bachert. Am auffallendsten war die Wirkung auf den Geruchssinn - der reagiere meist nicht auf topische Kortikosteroide.

Mit Mometason dagegen besserte sich das Riechvermögen, in der höheren Dosis mit stabilem Effekt. Für die Patienten bedeutet das mehr Lebensqualität, weil etwa die Aromawahrnehmung wieder funktioniert.

Ein Nasenbluten, das manchmal vorkommen kann, sei meist nur leicht ausgeprägt. Es tritt eher bei der höheren Dosierung auf. Sobald das möglich sei, gehe man deshalb zur niedrigeren Dosis über. Insgesamt könnten mit Mometason 50 bis 60 Prozent der Patienten mit Nasenpolypen erfolgreich behandelt werden.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

© Bionorica SE

Phytoneering-Akademie

Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

Anzeige | Bionorica SE
Antibiotika – Fluch und Segen

© Bionorica SE

Podcast

Antibiotika – Fluch und Segen

Anzeige | Bionorica SE
Brauchen wir noch Antibiotika?

© deepblue4you | iStock

Content Hub

Brauchen wir noch Antibiotika?

Anzeige | Bionorica SE
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Beratung in der Arztpraxis

Sicher mit Kindern verreisen: So geht‘s

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?