Ärzte Zeitung, 17.06.2005

Gute Blutzuckereinstellung halbiert kardiovaskuläres Risiko

Neue Studie belegt erstmals präventiven Langzeiteffekt bei Typ-1-Diabetikern

SAN DIEGO (ner/ob). Eine frühzeitige gute Blutzuckereinstellung zahlt sich für Typ-1-Diabetiker langfristig aus. Sie beugt nicht nur mikrovaskulären Komplikationen vor, sondern reduziert - wie jetzt erstmals nachgewiesen wurde - auch das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse.

Das hat die DCCT/EDIC-Studie ergeben, die beim Jahreskongreß der American Diabetes Association (ADA) in San Diego für Aufmerksamkeit sorgte. Danach hat, wer in Jugend und im frühem Erwachsenenalter die Blutzuckerwerte nahe dem Normbereich hält, später nur ein halb so großes Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen wie jemand, der konventionell behandelt wird.

Die Studie DCCT (Diabetes Control an Complications Trial) lieferte vor mehr als zehn Jahren den Beweis, daß eine intensivierte Insulintherapie bei Typ-1-Diabetikern Nieren-, Augen- und Nervenschäden besser vorbeugt als eine konventionelle Diabetestherapie.

Nach Ende dieses Vergleichs beteiligten sich mehr als 1300 Studienteilnehmer auch an der epidemiologischen Folgestudie EDIC (Epidemiology of Diabetes Interventions and Complications).

Obwohl der Blutzucker in beiden Gruppen während der Nachbeobachtung in EDIC ähnlich gut eingestellt war, war die kardiovaskuläre Erkrankungsrate nach Jahren bei den in DCCT intensiv behandelten Diabetikern signifikant niedriger, berichtete Dr. David M. Nathan aus Boston.  

Lesen Sie dazu auch:
Wer als Typ-1-Diabetiker früh den Blutzucker unter Kontrolle hat, ist später kardiovaskulär besser geschützt

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »