Diabetes

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Der Diabetespatient in der Notfallversorgung – Synopsis für den ambulanten Sektor, den Rettungsdienst und die Notaufnahme

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 13.09.2005

Neues Mittel senkt dauerhaft HbA1c plus Gewicht

Inkretin-Mimetikum steigert bei Typ-2-Diabetikern die Insulinsekretion / Europäischer Diabetes-Kongreß

ATHEN (hbr). Die Therapie mit dem neuartigen Antidiabetikum Exenatide verbessert bei Typ-2-Diabetikern die Stoffwechseleinstellung. Außerdem nehmen die damit behandelten Patienten dauerhaft ab.

Das berichtete Professor Robert Ratner aus Washington beim Europäischen Diabetes-Kongreß in Athen. Exenatide steigert bei Nahrungsaufnahme Glukose-abhängig die Insulinsekretion. Ein Hypoglykämierisiko entstehe dabei offenbar nicht, so Ratner.

Bei Patienten, die zusätzlich zur Einnahme von 1500 mg Metformin zweimal täglich Exenatide injizierten, sank der HbA1c-Wert dosisabhängig: mit 5 µg des Präparates um 0,5 Prozentpunkte in 30 Wochen und mit 10 µg um 0,8 Prozentpunkte.

In einer großen Studie mit 733 Typ-2-Diabetikern erhielten Patienten, die mit einer Kombination aus Sulfonylharnstoff und Metformin nicht mehr optimal eingestellt waren, zusätzlich Exenatide. Sie injizierten zweimal täglich 5 µg oder 10 µg davon. Die Kontrollgruppe erhielt ein Scheinpräparat.

    Therapie wirkt auch auf HDL, LDL und auf den Blutdruck.
   

Auch in dieser Studie sank der HbA1c-Wert dosisabhängig innerhalb von 30 Wochen. Gleichzeitig verloren die Teilnehmer Gewicht: Die 247 Patienten der Placebo-Gruppe wurden um 0,9 Kilogramm leichter. Teilnehmer, die Exenatide erhielten, nahmen 1,6 Kilogramm ab.

In beiden Exenatide-Gruppen traten zwar Hypoglykämien auf. Bei Patienten jedoch, die ihre Sulfonylharnstoff-Dosis zu Beginn gesenkt hatten, war die Rate halbiert worden. Bei Patienten, bei denen Sulfonylharnstoffe und Exenatide kombiniert werden, sollte deshalb zur Vermeidung von Hypoglykämien die Dosis des Sulfonylharnstoffs verringert werden, sagte Ratner.

393 Teilnehmer aus allen drei Gruppen verlängerten anschließend die Studie auf 82 Wochen. Alle erhielten in dieser Zeit zweimal täglich 10 µg Exenatide. Das Ergebnis: In allen Gruppen sank der HbA1c-Wert kontinuierlich weiter bis zum Ende der Beobachtungsdauer, ebenso verringerte sich das Gewicht. Beide Effekte sind also von Dauer.

Außerdem verbesserte sich im Vergleich zu den Ausgangswerten nicht nur der Blutzuckerspiegel: Nach 82 Wochen sei das HDL-Cholesterin signifikant um 4,5 mg/dl gestiegen. LDL, Triglyzeride, systolischer und diastolischer Blutdruck seien gesunken, so Ratner zu den noch unveröffentlichten Daten auf einem von Eli Lilly unterstützten Symposium.

Exenatide ist in den USA bereits zur Therapie bei Typ-2-Diabetes in Kombination mit oralen Antidiabetika zugelassen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Bekommen Kinder O-Beine durch Sport?

Zu O-Beinen neigen offenbar viele Kinder, die bestimmte Sportarten betreiben. Dabei wirkt die einseitige Druckbelastung im Knie als Wachstumsbremse, vermuten Forscher. mehr »

Strategie zur Künstlichen Intelligenz gefasst

Die Bundesregierung will Deutschland fit für die Künstliche Intelligenz machen. Dazu hat das Kabinett jetzt Eckpunkte einer Strategie beschlossen. Gesundheit ist ein zentrales Thema. mehr »

Oft wird gechattet mit dem Arzt

Das bundesweit beachtete Telemedizin-Modellprojekt DocDirekt in Baden-Württemberg kommt gut an, berichtet die KV. Besonders Männer nutzten das Angebot zur Fernbehandlung bisher. mehr »