Ärzte Zeitung, 03.05.2011

Nephropathie-Prävention greift

MÜNCHEN (sto). Der Anteil über 75-Jähriger an der Dialyse nimmt zwar weiter zu. Der Anteil jüngerer Dialyse-Patienten ist aber rückläufig, hat Privatdozent Werner Kleophas aus Düsseldorf beim Fortbildungskongress "Diabetologie grenzenlos" in München berichtet. Dies sei offenbar Zeichen einer verbesserten Prävention. Mit einer guten Blutzuckereinstellung lasse sich eine diabetische Nephropathie am besten verhindern.

Manifestiert sich ein Diabetes im mittleren Lebensalter, bekommen 30 bis 40 Prozent der Betroffenen eine Nephropathie, so der Nephrologe. Mit dem Serum-Kreatinin-Wert lasse sich eine Niereninsuffizienz bei Diabetikern nicht rechtzeitig erkennen, da das Kreatinin von der Muskelmasse und der körperlichen Aktivität abhängig ist und erst ansteigt, wenn die Kreatinin-Clearance bereits vermindert ist.

"Wir kennen alle die ältere Patientin mit beginnender Retinopathie, die sich kaum bewegt und die ein niedriges Kreatinin, aber bereits eine höhergradige Niereninsuffizienz hat", sagte Kleophas. Zur Einschätzung der Nierenfunktion hat sich die Bestimmung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) bewährt.

Diese wird nach der MDRD-Formel, die auch Alter und Geschlecht berücksichtigt, berechnet. Dabei müsse allerdings beachtet werden, dass im frühen Stadium einer Niereninsuffizienz die MDRD-Formel das Ausmaß der Nierenschädigung unterschätzt, erinnerte Kleophas.

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