Ärzte Zeitung, 07.06.2011

Option bei Nierenproblemen

LEIPZIG (MUC/spa). Fast die Hälfte aller Typ-2-Diabetiker hat Nierenschäden, die den Einsatz vieler oraler Antidiabetika fraglich oder unmöglich machen. "Daher müssen wir niereninsuffizienten Diabetikern häufig schon in einer frühen Phase Insulin geben," sagte Professor Stephan Martin aus Düsseldorf bei einer Veranstaltung von Boehringer Ingelheim und Lilly in Leipzig.

Ein Ausweg könnte sich noch dieses Jahr mit dem DPP-4-Hemmer Linagliptin ergeben. Anders als Saxa-, Vilda- und Sitagliptin wird Linagliptin nur zu etwa 5 Prozent über die Niere und sonst weitgehend unverändert über die Galle und den Darm ausgeschieden. Daher muss die Dosis bei Niereninsuffizienz nicht angepasst werden.

Auch bei Leberfunktionsstörungen ist einer aktuell beim DDG-Kongress vorgestellten Untersuchung zufolge keine Dosisanpassung nötig (Friedrich C et al. Poster 217).

Dass Linagliptin den bisher verfügbaren Gliptinen in puncto Wirksamkeit äquivalent ist, hat eine Anfang des Jahres publizierte PhaseIII-Studie ergeben. Wie Martin berichtete, wurden Typ-2-Diabetiker, deren Ausgangs-HbA1c bei etwa 8 Prozent lag, entweder mit Placebo (n=167) oder Linagliptin in Monotherapie behandelt (n=336).

Nach 24 Wochen war der HbA1c-Wert (primärer Endpunkt) mit dem neuen Gliptin im Vergleich zu Placebo im Mittel um 0,69 Prozentpunkte gefallen. Die Zulassung wird noch in diesem Jahr erwartet.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Blick ins Gehirn offenbart beste Therapie-Option

Einige Depressive sprechen besser auf Verhaltenstherapien an, andere auf Antidepressiva. Ein Blick ins Hirn per fMRT zeigt, welcher Ansatz den meisten Erfolg verspricht. mehr »

Ein steiniger Weg nach Deutschland

Ob geflohen vor Krieg oder eingewandert aus anderen Teilen der Welt: Wer als ausländischer Arzt in einer deutschen Klinik oder Praxis arbeiten will, muss Ausdauer haben – und gutes Deutsch können. mehr »

Milliarden für die Versicherten – Kassen bleiben skeptisch

Erster Aufschlag des neuen Gesundheitsministers: Jens Spahn will gesetzlich Versicherte per Gesetz entlasten. Aus Richtung Kassen weht scharfer Gegenwind. mehr »