Diabetes

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Ärzte Zeitung, 16.05.2012

Depression für Diabetiker gefährlich

Diabetes und Depression - eine ungünstige Kombination, die für die Betroffenen sogar eine Gefahr darstellt. Denn psychischer Stress erhöht bei Zuckerkranken die ohnehin schon hohen Gesundheitsrisiken.

Depression: Gefahr für Diabetiker

Depressiv und Diabetiker? Therapie im Blick behalten.

© Mitar Gavric / panthermedia.net

STUTTGART (eis). "Jeder achte Diabetiker leidet an einer Depression", betont die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) in einer Mitteilung.

Betroffene vernachlässigen oft die Diabetes-Therapie, was wiederum das Risiko für Folgeerkrankungen erhöht. Bei der DDG-Jahrestagung wird daher über Strategien für Patienten diskutiert.

Psychischer Stress führt bei Betroffenen durch eine ständige Aktivierung der Stressachse unter anderem zu Entzündungsprozessen an den kleinen wie großen Gefäßen.

Dies vergrößert bei Diabetikern das ohnehin schon hohe kardiovaskuläre Risiko zusätzlich. Auch beeinträchtigt psychischer Stress die Wirkung von Insulin.

"Um bei Menschen mit Diabetes schlechte Blutzuckerwerte und Folgeerkrankungen zu vermeiden, müssen Depressionen früh erkannt werden", betont Privatdozent Bernhard Kulzer von der DDG-Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Psychologie in der Mitteilung.

Ursache für Arbeitsunfähigkeit

Die Symptome können sehr verschieden sein: Außer tiefer Niedergeschlagenheit, Mut- und Hoffnungslosigkeit können oft auch Angst, Schlafstörungen oder Schmerzen Zeichen einer Depression sein.

"Rechtzeitig diagnostiziert sind Depressionen gut therapierbar, entweder mit Antidepressiva, Verhaltenstherapie oder einer Kombination aus beidem", so der Psychologe.

In einer Verhaltenstherapie lernen Patienten unter anderem, ihre Erkrankung besser zu akzeptieren und das Selbstmanagement der Diabetes-Therapie zum Beispiel mit regelmäßigen Blutzuckerkontrollen zu verbessern.

Depressionen bei Diabetes sind nicht nur ein körperliches Risiko, sondern häufig auch Ursache für Arbeitsunfähigkeit und frühzeitige Berentung, so Kulzer.

Für Betroffene gebe es in Deutschland jedoch nach wie vor viel zu wenige ambulant tätige Therapeuten und psychotherapeutische Einrichtungen mit Erfahrungen in der Diabetestherapie.

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