Ärzte Zeitung online, 19.04.2017
 

Diabetes

"Gesünder unter 7 PLUS" auf Tour

Die Aktion "Gesünder unter 7 PLUS" sensibilisiert auch 2017 für das Thema Diabetes. Neu ist für die Teilnehmer der Aktionstage die Möglichkeit, die eigene Fußgesundheit zu testen.

Von Anne Bäurle

zur Großdarstellung klicken

Diabetes ins Bild gesetzt: Live-Zeichner Christoph J. Kellner visualisierte die Experten-Aussagen zum Thema Diabetes auf einer Leinwand Quelle: Sanofi

© Sanofi

DARMSTADT. Die Aktion "Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS" setzt sich seit zwölf Jahren dafür ein, Diabetes-Erkrankungen früh zu erkennen und Patienten besser zu versorgen. Im Mittelpunkt der vom Unternehmen Sanofi initiierten und mit mehr als 20 Partnern umgesetzten Kampagne stehen Aktionstage in großen Einkaufszentren.

In das Jahr 2017 startete die Aktion in Darmstadt, wo Besucher ihr persönliches Diabetes-Risiko testen lassen konnten. "Alle Interessierten können einen evaluierten Fragebogen ausfüllen sowie ihren Blutdruck, Blutzucker und Taillenumfang messen lassen, um ihr Diabetes-Risiko abzuschätzen", sagte Andrea Klimke-Hübner vom Unternehmen Sanofi. Bei Menschen mit bereits diagnostiziertem Diabetes werde zusätzlich der HbA1c-Wert gemessen. "Außerdem sind neue Themen hinzugekommen: Wer möchte, kann an den Aktionsständen seinen LDL-Cholesterinwert messen lassen." Eine weitere Besonderheit in diesem Jahr: Ein Live-Zeichner hielt die Diabetes-Aktion in Darmstadt in anschaulichen Bildern direkt auf einer Leinwand fest.

Eine Auswertung von 120 Wunschkarten, die im letzten Jahr bei der Aktion gesammelt wurden, habe zudem ergeben, dass vielen Menschen das Thema Diabetisches Fußsyndrom besonders am Herzen liege, sagte Klimke-Hübner. Deshalb sei es bei der Aktion "Gesünder unter sieben PLUS" auch möglich, die eigene Fußgesundheit zu testen.

Eine neue Testoption für die Entstehung eines diabetischen Fußsyndroms stellte Dr. Stephan Kress, Diabetologe aus Landau vor: "Neuropad® ist ein Pflaster, das die Schweißproduktion am Fuß misst – ein Indikator für eine periphere Neuropathie", erklärte Kress. Mit dem Pflaster ließen sich Patienten mit einem hohen Risiko herausfiltern und diabetische Neuropathien früh erkennen.

Mehr als 31.000 Menschen haben in den Jahren 2005 bis 2014 bereits am Risikocheck der Aktion teilgenommen. "Eine Auswertung dieser Daten hat ergeben, dass der Anteil der Teilnehmer mit bekanntem Typ-2Diabetes von 13 Prozent im Jahr 2006 auf 22 Prozent im Jahr 2014 gestiegen ist", berichtete Professor Matthias Blüher, Diabetologe am Uniklinikum Leipzig. "Und fast die Hälfte der Teilnehmer mit diagnostiziertem Diabetes hat den Zielwert eines HbA1c-Wertes von unter sieben nicht erreicht."

Für Blüher ein klares Zeichen dafür, dass die Aktion "Gesünder unter 7 PLUS" wichtig bleibt. "Hier gibt es einen großen Handlungsbedarf. Wir kommen, wenn wir Menschen behandeln, oft zu spät und sehen das echte Leben eher im Einkaufszentrum als in unseren Sprechstunden", sagte Blüher. Noch erschreckender seien allerdings die Daten der Teilnehmer ohne Diabetes-Diagnose. "Ein Fünftel dieser Teilnehmer hatte einen HbA1c zwischen 6 und 6,5 – das spricht für eine Diabetes-Vorstufe."

Am 21. und 22. Juli macht die Aktion "Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS" Station im Franken-Center in Nürnberg.

Weitere Informationen unter: www.gesuender-unter-7.de/ gesuender-unter-7.html

22% der Teilnehmer der "Gesünder unter 7 PLUS"-Aktion im Jahr 2014 hatte einen bekannten Typ-2-Diabetes. Im Jahr 2006 waren es 13 Prozent.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »