Pharmakotherapie

Bei älteren Diabetikern immer ans Hypoglykämie-Risiko denken!

Hypoglykämien sind bei älteren Diabetikern verbreitet, werden aber oft nicht als solche wahrgenommen, erinnert ein Kollege.

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MANNHEIM. Bei älteren Typ 2-Diabetikern seien – abhängig von deren Fitness – sehr unterschiedliche Therapieziele anzustreben, so Dr. Hans-Martin Reuter, niedergelassener Diabetologe in Jena. Ferner sei bei eingeschränkter Nierenfunktion der Insulinbedarf unter Umständen verringert, erinnerte er bei einem Symposium von Berlin-Chemie während der Herbsttagung der Diabetologen und der Hochdruckliga in Mannheim. Besonders sei aber das Hypoglykämie-Risiko ständig zu beachten. "Hypoglykämien sind bei älteren Patienten weit verbreitet, werden aber oft nicht als solche wahrgenommen und dem Arzt berichtet", betonte Reuter. Die Folgen sind vermehrte Stürze, kognitive Beeinträchtigungen und mehr Krankenhausaufenthalte.

Auch deshalb sei der HbA1c -Zielbereich für ältere Diabetiker nach oben verschoben, weil dadurch unter anderem das Hypoglykämie-Risiko sinkt, so der Diabetologe. Er veranschlagt den geriatrischen Zielbereich für den HbA1c zwischen 7 und 8 Prozent. Dieser richtet sich aber nicht so sehr nach dem chronologischen Alter als vielmehr nach dem Funktionsstatus des Patienten. Ist dieser noch recht fit (Go-Go), kann das Ziel zwischen 6,5 und 7,5 Prozent liegen; bei immobilen Menschen (No-Go) ist der HbA1c sekundär und kann auch über 8 Prozent liegen.

Ist eine Insulintherapie nötig, stehe bei ihrer Einleitung die Vermeidung von Hypoglykämien immer im Vordergrund, so Reuter. Ein Vergleich von Insulin lispro (etwa Liprolog®) mit Humaninsulin bei einem Patientenkollektiv im mittleren Alter von 77 Jahren ergab zum Beispiel, dass das Analoginsulin nicht nur eine bessere Blutglukose-Kontrolle, sondern auch eine geringere Inzidenz von Hypoglykämien aufwies. Bei älteren Diabetikern ist es zudem günstig, bei Schulungsprogrammen die Angehörigen einzubeziehen. (erf)

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