Ärzte Zeitung, 17.01.2011

Silber in Kleidung wirkt nicht auf die Hautflora

BÖNNIGHEIM (eb). Über Silber in antibakterieller Kleidung wird immer wieder kontrovers diskutiert. Eine Studie des Hohenstein-Instituts gibt jetzt Entwarnung.

An einer Tragestudie nahmen insgesamt 60 gesunde Personen über einen Zeitraum von jeweils sechs Wochen teil. Für die Studie wurden spezielle T-Shirts gefertigt, die auf einer Seite antibakterielle Aktivitäten aufwiesen (Verum), während die andere Hälfte als nicht-antibakterielles Placebo diente.

Zum Vergleich wurde sowohl ein antibakterielles Spinnadditiv untersucht (eine Silber-haltige Polyesterfaser) als auch eine antibakterielle Silber-enthaltende Ausrüstung. Die T-Shirts wurden von den Teilnehmern vier Wochen lang täglich mindestens acht Stunden getragen, teilt das Institut mit.

Es zeigte sich in dieser Feldstudie kein Einfluss auf die Hautflora und das Mikroklima der gesunden Haut durch die antibakteriellen T-Shirts, die direkt auf der Haut getragen wurden.

Eine Beeinträchtigung der Hautflora - also eine Veränderung der Gesamtkeimzahl auf der Haut oder eine Verschiebung im Keimspektrum - konnte nicht festgestellt werden.

Diesbezüglich konnten die antibakteriellen Textilien als unbedenklich eingestuft werden. Gegenüber Bakterien, die mit dem Schweiß in die Maschenware gelangen, sind die antibakteriellen Textilien dennoch wirksam, wie eine Reihe früherer Untersuchungen belegte, so das Institut.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »