Ärzte Zeitung online, 02.09.2013

Frische Socken?

Ein 40-Grad-Waschgang lässt den Fußpilz kalt

Wer sich wundert, warum er seinen Fußpilz nicht los wird, obwohl er regelmäßig seine Socken wechselt, der sollte sein Waschverhalten überprüfen. Denn erst ab 60 Grad darf man auf frische und pilzfreie Socken hoffen.

Von Christine Starostzik

Reinfektionen: Ein 40-Grad-Waschgang lässt den Fußpilz kalt

Frisch gewaschen: Hoffnung auf pilzfreie Socken gibt es allerdings erst ab 60 Grad.

© Gina Sanders / fotolia.com

KFAR-SABA. Immer wieder werden Schwimmbäder, Umkleideräume oder Hotelteppiche als Brutstätte von Pilzen verdächtigt. Vergleichsweise wenig Beachtung als Quelle von Reinfektionen finden die Kleidungsstücke befallener Patienten.

Um festzustellen, wie sicher Pilze durch die üblichen Waschprozeduren aus der Kleidung entfernt werden, unterzogen israelische Dermatologen die Socken von Patienten mit Onychomykose oder Tinea pedis nach sechsstündigem Tragen Waschgängen bei verschiedenen Temperaturen (International Journal of Dermatology 2013; online 24. Juli).

Hierzu schnitten sie gleich große Proben aus dem Zehen- und Fersenbereich heraus und wuschen diese bei 40 bzw. bei 60 Grad mit üblichen Waschmitteln. Nach dem Trocknen bei Raumtemperatur wurden die vermeintlich sauberen sowie ungewaschene Sockenstückchen auf ein Pilzmedium aufgebracht.

Aspergillus wird erst ab 60 Grad abgetötet

In den Pilzkulturen zeigte sich: 66 der 81 ungewaschenen Sockenproben waren im Zehenbereich, 72 an der Ferse kontaminiert. Aus 47% dieser Proben wurde Trichophyton (T.) rubrum und aus 35% Aspergillus spp. isoliert.

Bei insgesamt 29 Proben ergab sich auch nach der 40-Grad-Wäsche in der Kultur noch ein Pilzwachstum im Zehen- oder Fersenbereich. In 20 Fällen wurden Aspergillus spp. identifiziert, die insgesamt nach der 40-Grad-Wäsche sogar häufiger isoliert wurden als in den ungewaschenen Proben. Offenbar verbreitet sich der Pilz bei diesen niedrigen Temperaturen munter im Spülwasser.

In insgesamt vier Fällen wurde nach der 40-Grad-Wäsche der Dermatophyt Trichophyton rubrum isoliert. Hefen dagegen konnten auch schon durch diese niedrige Temperatur eliminiert werden.

UVC-Bestrahlung von Socken als Alternative

Höhere Waschtemperaturen vertrugen die Pilze deutlich schlechter. Nur 6% der Socken waren auch nach der 60-Grad-Wäsche noch kontaminiert. In allen Fällen handelte es sich um Aspergillus spp.

Fazit der Autoren: Heiße Waschgänge sind erforderlich, um pathogene Pilze vollständig auszuschalten. Für Textilien, die Temperaturen über 60 Grad nicht vertragen, wie wohl die meisten Socken, wäre eine UVC-Bestrahlung, die therapeutisch auch für infizierte Nägel genutzt wird, eine Alternative. Die Autoren schlagen vor, eine UV-Quelle standardmäßig in Waschmaschinen zu installieren.

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