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Lokale Therapie

Topische Kortikoide in der Schwangerschaft?

Die Therapie mit topischen Kortikoiden während der Schwangerschaft gilt als heikel. Eine britische Kohortenstudie hat jetzt ergeben: Einige lang gehegte Befürchtungen zu kindlichen Risiken sind unbegründet - bis auf eine.

Von Dr. Christine Starostzik Veröffentlicht:
Schadet die Salbe mit Kortikosteroiden dem Ungeborenen? Forscher haben hierzu jetzt Daten von Schwangeren und ihren Kindern ausgewertet.

Schadet die Salbe mit Kortikosteroiden dem Ungeborenen? Forscher haben hierzu jetzt Daten von Schwangeren und ihren Kindern ausgewertet.

© Fine Shine / shutterstock.com

NEW TAIPEI / TAIWAN. Auch schwangeren Frauen werden bei Hautproblemen topische Kortikosteroidpräparate verschrieben- wenn auch oft zögerlich und mit mulmigem Gefühl.

Denn im Tiermodell hat sich der Wirkstoff als teratogen und wachstumshemmend für den Fötus erwiesen, und die spärlichen Daten, die zur Behandlung schwangerer Frauen existieren, sind widersprüchlich.

In einer retrospektiven Kohortenstudie wurden nun die Befunde britischer Patientinnen zwischen 1989 und 2006 ausgewertet. Die Autoren verglichen Neugeborene von Müttern mit (n = 2658) und ohne (n = 7246) topische Kortikosteroidtherapie während der Schwangerschaft (JAMA Dermatol. 2013; online 4. September)

Einbezogen wurden Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, niedriges Geburtsgewicht, vorzeitige Entbindung, fetaler Tod, ein niedriger Apgar-Score sowie die Art der Entbindung.

Zur Untersuchung der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte wurde eine eigene Gruppe von Probandinnen gebildet, die während der ersten zwölf Schwangerschaftswochen eine topische Kortikosteroidtherapie erhalten hatten.

Vorsicht bei Kortikoiden der Gruppen III und IV!

Auch nach Berücksichtigung des Raucherstatus der Mutter sowie sozioökonomischer Faktoren hatte die topische Kortikosteroidtherapie offenbar keinen Einfluss auf das Risiko einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, den Entbindungstermin, den fetalen Tod, den Apgar-Wert des Neugeborenen oder den Entbindungsmodus.

Eine Abweichung zeigte sich allerdings beim Risikofaktor "niedriges Geburtsgewicht". Zwar konnte bei Patientinnen, die während der gesamten Schwangerschaft maximal 200 g eines topischen Kortisonpräparates erhalten hatten, kein Effekt festgestellt werden.

Verbrauch sollte so gering wie möglich gehalten werden

Allerdings erhöhte den Hochrechnungen zufolge der Verbrauch von mehr als 300 g eines stark oder sehr stark wirksamen Präparates das Risiko für ein besonders leichtes Kind fast um das Achtfache.

Im Mittel waren den Frauen in der gesamten Schwangerschaft zwischen 15 und 490 g Kortikoide dieser Kategorie zur Lokaltherapie verschrieben worden.

Aufgrund der vorliegenden Daten sollten bei schwangeren Frauen, die wegen Hautproblemen ein topisches Kortikoid benötigen, schwach oder mittelstark wirksame Präparate bevorzugt werden, so die Autoren.

Sind Wirkstoffe der Kortikoidklassen III oder IV dringend erforderlich, sollte der Verbrauch so gering wie möglich gehalten und das Wachstum des Ungeborenen überwacht werden.

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