Ärzte Zeitung online, 18.04.2018

Reisemedizin

Skabies-Risiko in Saudi-Arabien und Spanien

Reisemediziner warnen vor erhöhter Krätze-Gefahr in den Tropen und Subtropen.

Von Dr. Sandra Vergin und Professor Tomas Jelinek

DÜSSELDORF. In Saudi-Arabien (Provinz Mekka) gibt es einen Ausbruch von Krätze mit bislang 1038 Betroffenen. Rund 400 Fälle gab es an Schulen. 33 Schulen wurden vorübergehend geschlossen. Bereits im Januar wurden aus Spanien (Region Katalonien) 59 Erkrankungen gemeldet. Besonders betroffen war hier ein Krankenhaus in der Stadt Reus nahe Tarragona.

Krätze-Milben (Sarcoptes scabiei) werden bei engem Haut-zu-Haut-Kontakt übertragen. Weibchen graben sich in die Hornschicht der Haut und legen dort in Gängen Eier ab. Sie bevorzugen dabei Finger- und Zehenzwischenräume, Leisten- und Knöchelregion, das Gesäß oder den Penisschaft. Die Larven wandern an die Hautoberfläche und entwickeln sich dort zu adulten Milben. Erste Symptome wie ein generalisierter Juckreiz treten in der Regel zwei bis fünf Wochen nach Befall auf.

Bei immunkompetenten Patienten finden sich außer den winzigen Milbengängen auch Papeln und Bläschen. Bei Patienten mit Immunschwäche kann sich die hoch-ansteckende Borkenkrätze (Scabies crustosa) entwickeln. Typisch dafür sind eine verdickte äußere Hautschicht sowie Krusten und Borken. Im Unterschied zu gewöhnlicher Krätze sind auch Gesicht, Kopfhaut und Hals betroffen. Krätze kommt weltweit vor, vor allem aber in den Tropen. Typisch sind Ausbrüche in Kindergärten, Schulen, Gefängnissen oder Kliniken. Zur Therapie wird topisches Permethrin empfohlen. Die fünfprozentige Creme wird vom Hals an abwärts auf den gesamten Körper aufgetragen; sie sollte acht bis zwölf Stunden einwirken (idealerweise über Nacht) und dann abgewaschen werden. Eine Alternative ist eine orale Einmaldosis von Ivermectin (200 μg/kg).

Die Autoren arbeiten für das CRM Centrum für Reisemedizin

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