Ärzte Zeitung, 17.04.2008

Gefäßschutz durch extrem niedrigen Blutdruck und LDL

Studie belegt Effekt auf Intima-Media-Dicke bei Diabetes

HYATTSVILLE (skh). Bei Diabetikern lässt sich durch eine strenge Einstellung des systolischen Blutdrucks auf unter 115 mmHg und des LDL-Cholesterins auf unter 70 mg/dl das Fortschreiten einer Atherosklerose bremsen. Das belegen Daten einer US-Studie von 499 Typ-2-Diabetikern, die drei Jahre lang antihypertensiv und lipidsenkend auf die strengeren Zielwerte eingestellt wurden.

 Gefäßschutz durch extrem niedrigen Blutdruck und LDL

Blutdruckselbstmessung: Strenge Zielwerte bremsen Artherosklerose.

Foto: BilderBox©www.fotolia.de

Primärer Endpunkt der randomisierten SANDS*-Studie war die sonografisch gemessene Veränderung der Intima-Media-Dicke (IMD) in der Aorta carotis communis als Marker für den Progress der Atherosklerose. Die aktuell für Diabetiker empfohlenen Zielwerte von 130 mmHg beim systolischen Blutdruck (SBD) und 100 mg/dl beim LDL-Cholesterin wurden darin noch weiter erniedrigt. Von 499 über 40-jährigen Typ-2-Diabetikern indianischer Herkunft wurden 247 drei Jahre lang auf die Standardzielwerte eingestellt, für 252 der Teilnehmer galten die strengeren Zielwerte: Der systolische Blutdruck sollte unter 115 mmHG liegen, das LDL-Cholesterin unter 70 mg/dl. Alle Teilnehmer hatten bei der Aufnahme in die Studie noch keine kardiovaskulären Ereignisse gehabt. (JAMA, 299, 1678).

Die IMD sank in der Gruppe mit den strengeren Zielwerten durchschnittlich um 0,015 mm, die linksventrikuläre Masse (LVM) sank um acht Gramm. In der Gruppe mit den Standard-Zielwerten stieg die IMD um 0,038 mm, die linksventrikuläre Masse nahm lediglich um drei Gramm ab. Der Unterschied war für die Veränderung der IMD signifikant, nicht jedoch für die LVM. Die Verringerung der LVM war außerdem lediglich ein sekundärer Endpunkt der Studie.

Hinsichtlich der Rate an kardiovaskulären Ereignissen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Unerwünschte Wirkungen traten in der Gruppe mit den strengeren Zielwerten mit 39 Prozent signifikant häufiger auf als in der Gruppe mit den Standard-Zielwerten (27 Prozent).

*SANDS steht für: Stop Atherosclerosis in Native Diabetics Study

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