Ärzte Zeitung, 02.09.2004

Ein erhöhter Blutdruck dämpft Gefühlsregungen

GAINESVILLE (ddp). Erhöhter Blutdruck dämpft Gefühlsregungen. Das haben US-Wissenschaftler entdeckt, als sie den Blutdruck von 65 Freiwilligen mit deren Reaktion auf emotionale Bilder verglichen.

Demnach waren positive wie negative Empfindungen bei den Probanden mit höherem Blutdruck weniger ausgeprägt als die der Teilnehmer mit niedrigeren Werten. Über ihre Studie berichten Cynthia Pury und ihre Arbeitsgruppe von der Universität in Clemson in "Psychosomatic Medicine" (66, 2004, 583).

Seit mehr als 20 Jahren ist bekannt, daß Hypertoniker weniger schmerzempfindlich sind als Menschen mit normalem Blutdruck. Um zu testen, ob dieses Phänomen einen allgemeinen Einfluß des Blutdrucks auf Gefühlswahrnehmungen widerspiegelt, zeigten die Forscher ihren Probanden Bilder - die eine Hälfte rief positive Empfindungen hervor, die andere Hälfte negative.

Zusätzlich wurde bei jedem Probanden der Blutdruck gemessen. Je höher der Blutdruck der Probanden war, desto weniger reagierten sie auf die emotionalen Darstellungen. Diese Dämpfung sei wahrscheinlich ein Schutzeffekt, so die Forscher. Würden Menschen mit hohem Blutdruck bei Streß sehr emotional reagieren, könnte das ihren Blutdruck weiter steigern und so eine akute Gefahr für die Gesundheit darstellen. Gedämpfte Emotionen sorgten dafür, daß die Reaktion auf Streß schwächer sei und so die Gefährdung vermindert würde.

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