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Hypertoniker profitieren auch von moderatem Krafttraining

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Bewegungsmuffel mit Übergewicht haben bekanntlich ein hohes Hypertonie-Risiko, das sich allein durch Steigerung der körperlichen Aktivität um mindestens 40 Prozent senken läßt. Wer bereits einen manifesten Bluthochdruck hat, kann durch Sport den Blutdruck systolisch um etwa 10 mmHg und diastolisch um etwa 8 mmHg senken, sagte in Berlin Dr. Hans-Georg Predel von der Sporthochschule Köln.

Das lasse sich aber nur durch regelmäßiges Training mittlerer Intensität (Herzfrequenz 170 bis 180 minus Lebensalter) für mindestens eine halbe Stunde an drei oder besser fünf Tagen pro Woche erreichen. Dann nämlich steigt die aerobe Leistungsfähigkeit um etwa 20 Prozent. "Und in den ersten sechs bis acht Wochen wird auch schon 80 Prozent der antihypertensiven Wirkung erzielt", so Predel. Zudem verbessert sich das Lipidprofil.

"Die Steigerung der körperlichen Fitness ist einer der wichtigsten Prognosefaktoren bei kardiovaskulären Risikopatienten", erinnerte Predel. Um einen zusätzlichen Herzinfarkt zu verhindern, müssen sich etwa 40 Risikopatienten vom "Coach Potatoe" zum Sportler wandeln. Eine Prävention mit Antihypertensiva oder Lipidsenkern sei nicht annähernd so effektiv. Das bedeute aber nicht, daß körperlich aktive Hypertoniker in Erwartung der günstigen Blutdruckeffekte ihre Medikamente absetzen sollten.

Wer mit Sport anfangen möchte, sollte die Hürden nicht zu hoch setzen, so Predel. "Zweimal die Woche ernsthaft und regelmäßig trainieren bringt auch schon viel". Es komme darauf an, seine körperliche Fitness wenigstens auf einem mittleren Level zu halten, ergänzte Professor Burkhard Weisser aus Kiel. In einer Langzeitstudie mit über 10 000 Männern, die in Fitness-Studios trainierten, hatten auch die nur mäßig Aktiven in puncto Risikoreduktion gut abgeschnitten.

Gegen moderates Krafttraining ist nichts einzuwenden

Beim Thema Fitness-Studio räumte Weisser mit einem Vorurteil auf: Nicht nur Ausdauertraining zahlt sich aus, sondern auch moderates Krafttraining. "Liegt die Intensität bei höchstens 70 Prozent der Maximalkraft, wird der Blutdruck auch bei Älteren nicht bedrohlich ansteigen", so Weisser.

Die Kieler Sportwissenschaftler haben bei 14 älteren Probanden die Wirkung von Kraft- und Ausdauerbelastung verglichen. Ergebnis: Die Trainingseinheit auf dem Ergometer trieb den Blutdruck stärker in die Höhe als ein überwachtes Krafttraining, und zwar auf allen Belastungsstufen. "Empfehlungen zur körperlichen Aktivität bei älteren Hypertonikern sollten daher nicht unkritisch nur Ausdauerbelastungen favorisieren", sagte Weisser. (grue)

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