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Ärzte Zeitung, 17.09.2007

Renin-Prorenin-Rezeptor - Schlüssel zu neuer Therapie?

Rezeptorblockade beugt Nephropathien vor

NÜRNBERG (wst). Erst vor kurzem wurde ein Renin-Prorenin-Rezeptor entdeckt. Schon in wenigen Jahren könnte er ein Ansatzpunkt für neuartige Therapien gegen Bluthochdruck oder diabetische Folgekomplikationen sein.

Prorenin galt lange als biologisch inaktiver Vorläufer des Renins, so Privatdozent Dr. Dominik Müller vom Max-Delbrück-Zentrum in Berlin.

Aufsehen erregten dann Befunde, wonach Typ-2-Diabetiker mit diabetischer Nephropathie auffallend hohe Prorenin-Blutspiegel aufweisen. Handelt es sich dabei um eine Folge des Nierenschadens oder um ein bedeutungsloses Begleitphänomen? Oder sind die erhöhten Proreninspiegel eine Ursache der Nephro-pathie? Zur Klärung dieser Fragen will Müller mit seinem von der Novartis-Stiftung geförderten Projekt beitragen.

Im Mittelpunkt von Müllers Forschung steht der erst vor wenigen Jahren entdeckte Renin-Prorenin-Rezeptor, wie er bei einer Veranstaltung der Novartis-Stiftung in Nürnberg berichtete. An diesen in den meisten Zellen des Organismus vorhandenen Rezeptor bindet sowohl Renin als auch Prorenin. Gebundenes Renin besitzt eine erhöhte katalytische Aktivität zur Spaltung von Angiotensinogen in Angiotensin. Und selbst Prorenin wird durch die Bindung an den Rezeptor enzymatisch aktiv.

Klinisch interessant sind in diesem Zusammenhang erste Forschungsergebnisse japanischer Wissenschaftler: Demnach wird zumindest bei Mäusen durch eine Blockade des Renin-Prorenin-Rezeptors die Entstehung einer diabetischen Nephropathie verhindert, sagte Müller.

Möglicherweise ist der Renin-Prorenin-Rezeptor aber auch ein wichtiger Ansatzpunkt, um antihypertensive Therapien zu optimieren. Denn Blutdrucksenker wie ACE-Hemmer und AT1-Antagonisten greifen in das Renin-Angiotensin-System ein. Dadurch wird kompensatorisch die Renin- und Prorenin-Produktion in den Nierenzellen hochgefahren. Was passiert, wenn diese überschüssigen Enzyme dann verstärkt an den Renin-Prorenin-Rezeptor andocken? Und was erreicht man, wenn man hier mit einer Rezeptorblockade gegensteuert? Das will Müller ebenfalls herausfinden.

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