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Für Blutdrucksenkung ist man nie zu alt

CHICAGO (ob). Eine bislang ungeklärte Frage zum Nutzen der antihypertensiven Therapie ist jetzt in einer neuen Studie schlüssig beantwortet worden. Nach ihren Ergebnissen lassen sich Schlaganfall- und Sterberate selbst bei betagten Hypertonikern im Alter über 80 Jahren durch medikamentöse Blutdrucksenkung noch deutlich senken.

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Antihypertensive Therapie lohnt auch in hohem Alter: Mit dem Blutdruck sinkt die Sterberate.

Antihypertensive Therapie lohnt auch in hohem Alter: Mit dem Blutdruck sinkt die Sterberate.

© Foto: pa

In der kürzlich beim US-Kardiologenkongress ACC in Chicago erstmals vorgestellten und zeitgleich im "New England Journal of Medicine" online publizierten HYVET*-Studie war bei antihypertensiver Behandlung die Gesamtsterberate im Vergleich zu Placebo signifikant um 21 Prozent niedriger. Speziell diese schon nach knapp zweijähriger Therapiedauer sichtbare Wirkung hatte Mitte 2007 zum vorzeitigen Stopp der Studie geführt (wir berichteten).

Für die Gesamtrate der Schlaganfälle ergab sich im relativ kurzen Beobachtungszeitraum eine - allerdings nicht ganz signifikante - Reduktion um 30 Prozent. Jedoch war die Zahl der tödlich verlaufenden Schlaganfälle (mehr als die Hälfte aller aufgetretenen Hirninsulte) signifikant um 39 Prozent verringert. Das Risiko für das Auftreten einer Herzinsuffizienz war signifikant um 64 Prozent geringer. Die Rate unerwünschter Effekte war mit Antihypertensivum niedriger als in der Kontrollgruppe.

Wegen des nicht eindeutig belegten Nutzens der Blutdrucksenkung bei sehr alten Hypertonie-Patienten wurde HYVET als placebokontrollierte Studie angelegt. Insgesamt 3845 Hypertoniker im Alter über 80 Jahre (im Schnitt 84 Jahre, der älteste Teilnehmer war 105) erhielten 1,8 Jahre lang Indapamid SR (1,5 mg/Tag, bei Bedarf kombiniert mit 2 oder 4 mg Perindopril) oder Placebo.

Bei den Studienteilnehmern handelte es sich um relativ gesunde und rüstige Senioren, von denen nur wenige (etwa zwölf Prozent) kardiovaskuläre Erkrankungen aufwiesen. Nur etwa sieben Prozent waren Diabetiker. Zu Studienbeginn lag ihr Blutdruckwert bei 173/91 mmHg. Als Zielwert wurden 150/80 mmHg angestrebt. Nach zwei Jahren war der Blutdruck in der Verumgruppe im Mittel um 15/6,1 mmHg niedriger als in der Placebogruppe.

Studienleiter Dr. Nigel Beckett aus London geht davon aus, dass die HYVET-Daten Einfluss auf künftige Leitlinien-Empfehlungen haben werden.

Infos zum Thema Hypertonie gibt's im Web hier: www.hochdruckliga.de

HYVET steht für: Hypertension in the Very Elderly Trial

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