Ärzte Zeitung, 24.08.2011

Kommentar

Oft messen, heißt bessere Therapie

Von Wolfgang Geissel

Bluthochdruck definiert sich im Wesentlichen über Blutdruckwerte. Die Diagnose sollte daher nicht nur auf einzelnen Messungen vom Arzt beruhen. Weil der Blutdruck im Tagesverlauf und je nach Tätigkeit variiert, sind ambulante Langzeitmessungen die beste Methode, um die genaue Situation zu erfassen.

Auch lassen sich so Patienten mit Weißkittelhypertonie erkennen, deren Werte nur in Anwesenheit eines Arztes erhöht sind. Der Anteil solcher Patienten wird auf bis zu 25 Prozent geschätzt.

Eine britische Studie hat jetzt außerdem ergeben, dass die Langzeitblutdruckmessung zwar initial die aufwändigste und teuerste Methode ist, aber durch die präzisere Diagnostik im Verlauf der Krankheit Geld gespart werden kann: durch angemessenere Therapien und eine bessere Blutdruckkontrolle, mit der sich die Folgeschäden verringern lassen.

Weil die Blutdruckwerte etwa zwischen Arztpraxis und zu Hause stark schwanken können, sind Hypertonie-Patienten außerdem zusätzliche regelmäßige Selbstmessungen zu empfehlen. Betroffene müssen wissen, dass sich Bluthochdruck nur mit häufigen Messungen gut kontrollieren lässt. Ärzte können so bessere Therapieentscheidungen treffen und unnötige Medikation vermeiden.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Langzeit-Blutdruckmessung spart Geld

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