Direkt zum Inhaltsbereich

Auge verrät zu hohe Blutfettwerte

Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG (ner). Ein weißlicher Ring der Hornhaut bei Patienten im Rentenalter ist nichts beunruhigendes: Er hat allenfalls kosmetische Bedeutung. Anders ist es jedoch, wenn Menschen unter 50  Jahren sich mit diesem Phänomen vorstellen.

Bei alten Menschen handelt es sich um Kalk- und Fettablagerungen im Randbereich der Hornhaut, wodurch ein etwa drei Millimeter breiter, weißlicher Ring entsteht, der durch eine klare Zone vom Limbus corneae abgegrenzt ist (Arcus lipoides oder: Arcus senilis, Gerontoxon). Die Ursache des auch als "Greisenring" bezeichneten Symptoms ist unklar. Es gilt als nicht krankhaft. Der Visus ist meist altersentsprechend.

Ein Arcus lipoides vor dem 50. bis 60. Lebensjahr gilt jedoch als wichtiger Hinweis auf eine Hypercholesterinämie, man spricht dann vom Arcus juvenilis. Vor allem sollte die Hyperlipoproteinämie vom Typ II ausgeschlossen werden, empfiehlt Kollege Hans-Georg Palm aus Bernhardswald (MMW 23, 2007, 5). Denn diese Patienten haben wegen erhöhter Cholesterin- und Triglyceridwerte ein hohes Atherosklerose- und Herzinfarktrisiko.

Der Arcus lipoides tritt auch bei Patienten mit erhöhtem Alkoholkonsum sowie bei Patienten mit Diabetes mellitus auf. Differenzialdiagnostisch abzugrenzen ist der Arcus lipoides jedoch vom Kayser-FleischerKornealring, ein grünlich-bräunlicher Kornealring, bedingt durch Kupfer-Ablagerungen bei Morbus Wilson. Selten ist die einseitige Form des Arcus lipoides. Sie kann auf das Vorliegen einer kontralateralen Karotisstenose hindeuten, auf eine traumatische oder iatrogene okuläre Hypotonie oder auch auf eine chronische Iridozyklitis (Klin Monatsbl Augenheilkd 221, 2004, 785).

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sonderbericht

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim

Juli-Sitzung des CHMP

Acht Pharma-Innovationen auf der Zielgeraden zur EU-Zulassung

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Praktische Tipps

Aufgebrachte Patienten? Wie Praxisteams sicher deeskalieren

Lesetipps
Ein Mann in Rollstuhl mit Begleiterin im Gespräch mit einer Ärztin

© Luis / stock.adobe.com

Barrieren abbauen

Menschen mit Behinderung in der Praxis: Kleine Stellschrauben, große Wirkung

Viren schweben über Kot.

© Shawon / Generated with AI / Stock.adobe.com

Heimische Zoonosen

Wie Sie eine Hantavirus-Infektion erkennen