Ärzte Zeitung, 01.09.2004

Deutlich mehr Herzinfarkte bei Wetteränderung

MÜNCHEN (dpa). Wetterumbrüche erhöhen das Herzinfarktrisiko stärker als bisher angenommen, vor allem bei Patienten mit Hypertonie. Das berichteten französische Forscher beim Kongreß der Europäischen Kardiologengesellschaft in München.

Die Wissenschaftler der Universitätsklinik Dijon hatten etwa 750 Menschen mit Herzinfarkt untersucht. Sinken die Außen-Temperaturen rasch unter minus vier Grad Celsius, gibt es der Studie zufolge deutlich mehr Myokardinfarkte. Am meisten betroffen seien Menschen mit Bluthochdruck, hieß es.

Bei ihnen verdoppele sich das Infarktrisiko bei derartigen Kälte-Einbrüchen. Wenn die Temperatur sich von einem Tag auf den anderen um mehr als fünf Grad nach oben oder unten verändere, steige bei Hochdruckpatienten die Herzinfarkt-Gefahr um 62 Prozent. Luftdruck-Schwankungen gefährdeten auch Menschen ohne Bluthochdruck.

In früheren Untersuchungen konnten keine Zusammenhänge zwischen Temperaturschwankungen und Herzinfarkten festgestellt werden.

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