Kardiologie

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Modul: Akute und chronische Herzinsuffizienz

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Ärzte Zeitung, 06.04.2005

Frage nach der Potenz gehört bei KHK immer dazu

Jeder zweite hat nach einem kardiovaskulären Ereignis erektile Dysfunktion / Neue Daten aus der ONTARGET-Studie

MANNHEIM (gvg). Wie bei Diabetikern gehört auch bei Herz-Kreislauf-Patienten die Frage nach einer erektilen Dysfunktion (ED) in jede Anamnese. Durch geschicktes Ansprechen des heiklen Themas kann fast jedem Patienten eine Brücke gebaut werden.

"Etwa die Hälfte aller Patienten mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko haben nach einem kardiovaskulären Ereignis eine milde bis schwere Form der erektilen Dysfunktion", sagte Professor Michael Böhm aus Hamburg beim Kardiologenkongreß in Mannheim.

Die Zahl stammt aus einer noch nicht publizierten Analyse von 1700 Patienten aus der Ontarget-Studie, bei der der AT1-Antagonist Telmisartan mit dem ACE-Hemmer Ramipril im Hinblick auf kardiovaskuläre Ereignisse bei Risikopatienten verglichen wird.

Nicht alle Patienten schätzen es jedoch, wenn sie auf das Thema ED direkt angesprochen werden, wie der Urologe Professor Christian Stief aus München betonte. Er habe sich deswegen angewöhnt, den Patienten eine Brücke zu bauen, indem er ihnen etwa folgendes sage: "Wir wissen, daß es bei etwa der Hälfte aller Patienten nach einem kardiovaskulären Ereignis zu Erektionsschwierigkeiten kommt. Sollten Sie da auch Probleme bekommen, dann können Sie mich jederzeit ansprechen".

Spätestens bei einem der nächsten Arztbesuche würden die Patienten dieses Angebot dann aufgreifen, wenn es sie betreffe, so Stief auf einer Veranstaltung des Unternehmens Boehringer Ingelheim, das Telmisartan als Micardis® anbietet.

Bei Beachtung der Kontraindikationen sind für Stief bei der ED die Phosphodiesterase-Hemmer heute die Therapie der Wahl. Doch nach einer entsprechenden Verschreibung dürften die Ärzte das Thema nicht ad acta legen, sondern müßten sich nach dem Erfolg erkundigen.

Denn etwa die Hälfte der Herz-Kreislaufpatienten spreche nicht ausreichend auf die Behandlung an und benötige zusätzliche Maßnahmen. "Die meisten geben das aber nicht von sich aus zu", so Stief.

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