Ärzte Zeitung, 06.12.2005
 

Auf den Bauch- und Hüftumfang kommt es an

Das Verhältnis von Bauch- zu Hüftumfang sagt mehr über das Infarktrisiko aus als der BMI

HAMILTON (mut). Mit dem Verhältnis von Bauch- zu Hüftumfang läßt sich das Risiko für einen Herzinfarkt viel besser vorhersagen als mit dem Body Mass Index (BMI). Das hat eine neue Auswertung der INTERHEART-Studie mit über 27 000 Teilnehmern ergeben.

Mit dem Verhältnis von Bauch- zu Hüftumfang steigt offenbar auch das Infarktrisiko. Foto: Do

In der Fall-Kontroll-Studie wurde der Bauch- und Hüftumfang sowie der BMI bei knapp 12 500 Patienten nach einem Herzinfarkt und bei 14 600 Teilnehmern verglichen, die keinen Herzinfarkt, aber dasselbe Alter und Geschlecht hatten.

Die Ergebnisse: Die Patienten mit Herzinfarkt hatten im Schnitt einen höheren BMI als die Teilnehmer ohne Infarkt, doch war der Unterschied nicht signifikant, wenn man kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes, Alkoholkonsum und mangelnde Bewegung berücksichtigte (The Lancet, 366, 2005, 1640).

Anders sah es dagegen beim Verhältnis von Bauch- zu Hüftumfang aus. Das Verhältnis ist ein Maß für die Menge des besonders atherogenen Bauchfetts. So hatten die Patienten mit Infarkt ein signifikant höheres Verhältnis von Bauch- zu Hüftumfang als Teilnehmer ohne Herzinfarkt.

Werden Personen anhand des Verhältnisses von Bauch- zu Hüftumfang in Quintilen eingeteilt, so ergibt sich nach den Daten für Menschen in der Quintile mit dem größten Verhältnis ein zweieinhalbfach erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt.

Werden andere kardiovaskuläre Risikofaktoren berücksichtigt, ist das Risiko immer noch um 75 Prozent erhöht, berichten die Forscher um Professor Salim Yusuf aus Hamilton in Kanada.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »