Neues Projekt

Uni Witten/Herdecke bindet Patienten in Forschung und Lehre ein

In einem neuen Projekt gibt die Uni Witten/Herdecke chronisch kranken Patientinnen und Patienten eine aktive Rolle in Forschung und Lehre. Ziel ist die Verbesserung der Versorgung.

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Witten. Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) setzt auf die Patientenbeteiligung. Sie will dafür sorgen, dass die Sicht von Patientinnen und Patienten direkt in die medizinische Forschung und Lehre einfließt. Über das Projekt „Gemeinsam mit Patient:innen forschen und lehren“ (GePA) sollen Betroffene Einfluss auf die Themen, die Inhalte und die Umsetzung von Lehre und Forschung nehmen können.

GePa ist ein Projekt des Lehrstuhls für die Ausbildung personaler und interpersonaler Kompetenzen im Gesundheitswesen und des Lehrstuhls für Versorgungsforschung der UW/H. Sie kooperieren mit der Selbsthilfe-Kontaktstelle in Witten. Im Mittelpunkt stehen Patientinnen und Patienten mit chronischen oder längerfristigen Erkrankungen.

Das Projekt soll bis Ende 2025 laufen. Eingebunden werden sollen 15 bis 20 Patientinnen und Patienten. Mit ihnen werden Interviews geführt. In einem nächsten Schritt werden die Teilnehmenden für die Mitwirkung an Forschungs- und Lehrprojekten qualifiziert.

Patienten berichten in Seminaren von ihrer Erkrankung

Als ein Beispiel für die aktive Rolle der Patientinnen und Patienten nennt die UW/H in einer Mitteilung die Begleitung von Lehrveranstaltungen. „Betroffene könnten in Seminaren von ihrer Diagnose, dem Weg dahin und ihrer Behandlung erzählen.“ Zudem könnten sie in Prüfungen eingesetzt werden und beispielsweise Schauspiel-Patienten ersetzen, die Anamnese-Gespräche simulieren.

Im Bereich der Forschung sollen die Patientinnen und Patienten Vorschläge für Forschungsthemen machen können. Geplant ist nach Abschluss des Projekts ein weiteres, bei dem die Teilnehmenden je ein konkretes Forschungs- und ein Lehrprojekt begleiten.

„Studierende werden durch echte Diagnosen und Geschichten noch besser auf die Praxis vorbereitet“, sagt Stefan Palmowski, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für die Ausbildung personaler und interpersonaler Kompetenzen im Gesundheitswesen. Patientinnen und Patienten könnten aktiv dazu beitragen, dass das Versorgungssystem verbessert wird und sie eine bessere Behandlung genießen. (iss)

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