Kardiologie

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Forschung und Praxis, 19.12.2005

Nikotinsäure bremst Atherosklerose

In der ARBITER-2-Studie ist erstmals die Wirksamkeit von Nikotinsäure in retardierter Form (Niaspan®) auf die Progression der Atherosklerose bei KHK-Patienten untersucht worden, die bereits seit einiger Zeit mit Statinen behandelt worden waren.

Zusätzlich zum Statin erhielten 167 Patienten mit dokumentierter Koronarerkrankung 12 Monate lang entweder 1000 mg retardierte Nikotinsäure pro Tag oder Placebo. Der LDL-Cholesterinspiegel lag mit einem mittleren Wert von 89 mg/dl bei den meisten Studienteilnehmern im empfohlenen Zielbereich, der HDL-Cholesterinwert war mit 40 mg/dl relativ niedrig.

Trotz guter Einstellung des LDL-Cholesterins war in der Gruppe mit alleiniger Statintherapie eine Zunahme der Intima-Media-Dicke in der Arteria carotis communis (CIMT) zu beobachten. Dieser validierte Surrogatparameter für frühe atherosklerotische Gefäßveränderungen zeigte sich dagegen bei zusätzlicher Behandlung mit Nikotinsäure, die einen Anstieg des HDL-Cholesterins um 21 Prozent bewirkte, nach einem Jahr praktisch unverändert, was einen Stop der Atherosklerose-Progression signalisiert.

Nach 24 Monaten Regression der Atherosklerose beobachtet

Die meisten Teilnehmer (einschließlich der Patienten der Placebo-Gruppe) nahmen das Angebot an, nach Abschluß der Doppelblind-Studie in einer offenen Folgestudie (ARBITER-3) für weitere 12 Monate mit Nikotinsäure behandelt zu werden. Dr. Allen Taylor aus Washington, DC, hat nun die auf Basis einer 24monatigen Beobachtung erhobenen Daten vorgestellt.

In dieser Zeit stieg der HDL-Cholesterinwert der Patienten signifikant um 23,7 Prozent. Anders als zum Zeitpunkt nach 12 Monaten, als keine Zunahme der CIMT in der mit Nikotinsäure behandelten Gruppe festzustellen war, ergaben die Messungen nach 24 Monaten eine Abnahme dieses Atherosklerose-Markers. Nach Ansicht von Taylor belegt dies, daß "tatsächlich eine Regression der Atherosklerose erreicht werden kann". (ob)

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